Der 80er-Jahre - Actionklassiker "Predator" von Genre - Veteran John McTiernan ( u.a. Regisseur von "Stirb langsam" und "Jagd auf Roter Oktober" ) mit Arnold Schwarzenegger ( "Terminator I + II", "Conan", "Phantom Kommando" ) in der Hauptrolle galt lange ( begründet natürlich auch in dem Mythos einer schwer geschnitten TV - Fassung und einer dementsprechend kompliziert zu bekommenden Uncut - Variante ) und begründet als Kombination aus Insidertipp und Kultfilm.
Die Einschätzung ist berechtigt, mittlerweile liegt ja auch eine ungekürzte deutsche DVD vor, die neben schönen Extras auch endlich mit besserer Bildqualität als das Großbritannien - Tape aufwarten kann; das hat der Streifen verdient.
"Predator" konnte in der 80ern neue Maßstäbe im Actiongenre setzen, vereinte er doch unter gekonnter atmosphärischer Inszenierung Horroreffekte, Actiongeballer und Suspensethriller - Hochspannung, und das Ergebnis ist praktisch zeitlos und noch heute mehr als sehenswert.
McTiernan schickt eine Gruppe schnodderiger Ami -Söldner in den südamerikanischen Dschungel. Die Kulisse alleine wirkt schon fremd und bedrohlich, zwischen Naturidylle und exotischer Geräuschansammlung lässt die Inszenierung hier schon eine klasse Atmosphäre aufkommen.
Während der Regisseur uns relativ zu Anfang direkt eine üppige und sehr spektakuläre Shootout - Actionsequenz präsentiert, werden wir als Zuschauer nebenbei eines anderen Beobachters gewahr:
Der titelgebende Predator ist ein technisch raffiniert ausgestatteter außerirdischer Killer auf Trophäenjagd, der Zuschauer erlebt ihn anfangs nur aus der Ich -Perspektive mit standartisiertem optischem Verfremdungseffekt ( Wärmebild etc., ansich nicht so neu, aber hier passend ), die Protagonisten erleben ihn als unsichtbare Tötungsmaschine. Das wahre Aussehen des Predators bleibt lange im Verborgenen, das war eine gute Entscheidung des Filmteams, bewegt sich der Streifen dadurch hinsichtlich des spannungstechnischen Niveaus doch in der Tradition von beispielsweise "Alien" oder auch "Der weiße Hai".
Und so wird gekämpft, gesprengt, geballert was das Zeug hält, immer mehr wird die Darstellercrew dezimiert. Dabei setzt der Film schon auf einen überdurchschnittlichen Härtegrad, sowohl auf der sichtbaren ( gehäutete Leichen, abgelöste Extremitäten ) als auch auf der subtilen Ebene ( Geräusch des "Herauslösens" der eigentlichen Trophäe, nämlich des Schädels samt Wirbelsäulenteil... ).
Die gekonnte Survival - Inszenierung hält kontinuierlich eine enorm hohes Spannunglevel und als Arnie am Ende der letzte Überlebende ist, ändert der Film seinen Stil tendenziell noch ein wenig weg vom Soldatengeballer hin zur packenden One-on-One - Show als finales Duell zwischen dem Protagonisten und dem Predator.
Auch ansonsten stimmt alles:
Arnie spielt seine Rolle jenseits von tieferen Charakterisierungen glaubhaft und souverän, hat einige coole Sprüche und One-Liner, Carl Weathers und Co. agieren passend und OK, sind aber größtenteils Kanonenfutter auf der Trophäenliste des Predators.
Der Soundtrack aus der Feder von Komponist Alan Silvestri ist ungeheurer packend und atmoshärisch und trägt die Stimmung des Films maßgeblich mit, v.a. natürlich durch das mittlerweile schon fast zum Kultstatus avancierte "Predator" - Hauptthema.
Alles in allem ist "Predator" also ein klasse inszenierter, harter, atmosphärischer und wirklich gelungener, wegweisender und äußerst spannender Horror/Actionthriller mit tollen Effekten, der unzähige qualitativ schlechtere Plagiate und (leider nur...?!) eine ansehnliche Fortsetzung nach sich zog.