Review

Aus dem 80er-Jahre-Action-Kino ragt dieser Klassiker des Horror-Krachers ein gutes Stück heraus. Dabei lässt die Beteiligtenliste noch durchaus anderes befürchten: Arnold Schwarzenegger als knallharter Söldner, der im Dschungel mit seinem Trupp gegen einen übermächtigen außerirdischen Gegner kämpft, das alles unter der Regie von John McTiernan, dem Hollywood einige der derbsten, aber auch spektakulärsten Kracher zu verdanken hat.

Tatsächlich gehört „Predator" zu den originelleren Schwarzenegger-Vehikeln. Nicht dass der Muskelmann hier irgendwie schauspielerisches Talent entfalten könnte - er wird geradezu prototypisch auf seine in der damaligen Zeit legendäre Figur des harten Kämpfers reduziert. Auch von seinen Co-Stars, von denen Carl Weathers noch der bekannteste ist, kann man darstellerisch nicht viel erwarten. Überhaupt wird dieser harte Männerhaufen auf Macho-Klischees und Gewaltgeilheit beschränkt, was den Film zu einem reinen Männerfilm im schlechteren Sinne macht (daran ändert auch die einzige weibliche Darstellerin in einer unbedeutenden Nebenrolle nichts).

Was in den ersten 30 Minuten Laufzeit noch nach einem plumpen, wenn auch actiongeladenen Propaganda-Söldner-Streifen aussieht, entwickelt sich dann jedoch zu einem hochspannenden Survival-Schocker, wenn der Predator in Aktion tritt und einen nach dem anderen der harten Hunde wortwörtlich auseinander nimmt. Die Umkehrung der Rollen - die brutalen Söldner werden plötzlich selbst Gejagte - und die lange Zeit nicht direkt erkennbare Gestalt des Monsters sorgen in Verbindung mit dem wilden Urwald-Setting fernab jeder Zivilisation für eine gehörige Spannungskurve. Und die gnadenlose Brutalität, mit der der Predator vorgeht, macht schnell klar, dass man es hier mit einem unerbittlichen Gegner zu tun hat.

Von diesem Moment an baut der Film eine fast durchgehende, fesselnde Spannung auf. Brutale Duelle, gekonnte Andeutungen und heftige Actioneinlagen (wenn etwa die Überlebenden mehrere Maschinengewehrsalven ins Unterholz jagen) sorgen für reichlich Adrenalinschübe. Und auch wenn Schwarzeneggers Figur eine echte Charakterisierung verwehrt bleibt, wandelt er sich doch allmählich vom brutalen Macho zum sympathischen Helden, der mit allen Mitteln ums Überleben kämpft. So funktioniert dann auch das ultraspannende und spektakuläre Finale bestens als Duell zwischen Mensch und Bestie.

Das alles ist mit hohem technischen Aufwand inszeniert, die Spezialeffekte, wenn auch aus heutiger Sicht nicht immer überzeugend, gehören doch zum Besten ihrer Zeit. Setting und Ausstattung sind immer überzeugend und selbst der Dschungel wird durchaus glaubhaft dargestellt. Vor allem die souveräne Kameraarbeit inmitten dieses wuchernden Gestrüpps gefällt. Nur der Soundtrack von Alan Silvestri wirkt besonders am Anfang gnadenlos übertrieben und unnötig grob. Und ein klein wenig mehr Tiefe hätte man sich durchaus wünschen können, sowohl den Figuren als auch der Story gegenüber.

Dennoch funktioniert „Predator" als geradliniger, kurzweiliger Action- und Horror-Kracher, der nicht ohne zahlreiche Brutalitäten auskommt (was dem Film lange Zeit eine FSK-18-Freigabe bescherte), aber mit heftigen Schießereien und Kämpfen und einem wirklich furchteinflößenden Gegner bestens zu unterhalten weiß. Grobes 80er-Jahre-Männerkino - da kann man beinahe nostalgisch werden!

Details
Ähnliche Filme