Review

*** SPOILERWARNUNG ***


Major Dutch Schaefer (Arnold Schwarzenegger) und sein Team bekommen den Auftrag, im Dschungel Mittelamerikas eine Rettungsmission durchzuführen. Doch sehen sie sich bald einer scheinbar unsichtbaren Gefahr ausgesetzt.

Und so geht es hinab in die grüne Hölle. Das Setting ist schon eine Schau für sich. Mit Ausnahme des Anfangs bleibt „Predator“ auch in dieser Umgebung und Regisseur John McTiernan gelingt es, hier eine beklemmende Stimmung zu schaffen, ein klaustrophobisches Wimmelbild, und die schwitzige Atmosphäre spürbar zu machen. Wobei dem wohl auch entgegenkam, dass man in im südlichen Mexiko gedreht hat.
Der vermeintlich undurchdringliche Dschungel, in dem eh schon allerlei Gefahr droht und dann fängt auch noch jemand an, Jagd auf Dutch und sein Team zu machen.

Charakterzeichnung ist da nicht so relevant und das ist vollkommen in Ordnung. „Predator“ ist ein Actioner aus den 80ern, in dem Muckis und Wummen zählen. Von beiden gibt es reichlich und um das Testosteron aus dem Bildschirm fließen zu lassen reicht eine kurze Einführung der Figuren und dann weiß man einfach, was Phase ist. Dabei ist die Truppe trotz aller Härte nahbar, was es leicht macht, sich mit ihr zusammen auf diesen Trip zu begeben. Allein Mac nervt mitunter mit seinen Anwandlungen, aber irgendwas ist ja immer.
Das Ensemble kann sich sehen lassen, neben Arnie bekommt man noch Carl Weathers, Jesse Ventura, Sonny Landham, Richard Chaves, Bill Duke und Shane Black. Letzterer wurde eher als Drehbuchautor bekannt, hat aber auch eines der Sequels dieser Reihe als Regisseur auf dem Gewissen. In der einzigen weibliche Rolle gibt’s Elpidia Carrillo und im herrlich designten Schurkenkostüm steckt Kevin Peter Hall, den man gegen Ende auch ohne Maske als Hubschrauberpilot sehen kann. Interessant hierbei, dass Schwarzenegger trotz des präsenten Namens meist nicht alles dominiert, sondern Teil eines gleichberechtigten Teams ist.

Action gibt es natürlich reichlich. Da wird ein Söldnercamp explosiv auseinandergenommen, dass einem ob der aus heutiger Sicht verschwenderisch eingesetzten echten Explosionen schon ein Grinsen über's Gesicht huscht. Schöner wären da allerdings noch ein paar Totalen und weniger Sprungballett der Guerillas gewesen.
Im dichten Grün geht’s ebenso bleihaltig zu, da wird der Urwald auch mal per Minigun gestutzt. Dabei gehen hier im späteren Verlauf die Genres ineinander über. Hat man zu Beginn noch einen knackigen Actioner vor sich, fließen später immer mehr Elemente des Horror- und Kriegsfilms mit ein. Ferner gibt sich „Predator“ auch ausreichend blutig, die praktischen Effekte sind mehr als gelungen. Und manche Dialogzeile hat sich als klassisches Zitat etabliert.

„Predator“ ist zurecht ein Klassiker des 80er Actionkinos, doch etwas Kritik gibt es dann doch. McTiernan kann den eigentlich gelungenen Spannungsbogen nicht vollends aufrecht erhalten, auf dem Weg zum Finale ist nicht alles ganz rund. Dazu Billys plötzliche Anwandlung auf der Baumbrücke mitsamt Ableben im Off, was ungewöhnlich ob der sonstigen Inszenierung ist. So gelungen die Handarbeit der FX-Abteilung ist, die finale Explosion mit Pilz ist einfach meh. Und den Geier wegtreten hätte man sich sparen können.
Der Showdown selbst ist allerdings gelungen. In dem einer Arena gleichenden Gebiet geht es ohne die vorher exzessiv genutzten Feuerwaffen ganz archaisch zu, geradezu runtergebrochen auf's Wesentliche, Urtümliche. Ein willkommener Downgrade, bei dem sich auch die Rolle des Jägers und des Gejagten mal umkehrt und Parallelen zum vorigen Gefecht im Dschungel aufkommen.

„Predator“ ist ein weiterer gelungener Eintrag in die Filmliste Schwarzeneggers und hat zurecht einen gewissen Status im Krawallkino der 80er. Das Setting, die sich langsam aufbauende Bedrohung, die immer nur Stück für Stück enthüllt wird und die bleihaltige Action machen ihn zu einem immer wieder gern gesehenen Kracher.

Details
Ähnliche Filme