Bevor John McTiernan (Basic) mit "Stirb langsam" einen absoluten Kult-Film der 80er schuf, drehte er bereits mit "Predator" einen weiteren Kult-Streifen.
Ein vermeintlicher Routineauftrag verschlägt Major Dutch (Arnold Schwarzenegger) und sein Team in den südamerikanischen Dschungel. Dort angekommen wird erst einmal ein Guerilla-Camp auseinander geballert. Doch die wahre Bedrohung geht nicht von den Guerillas aus, sondern von einer außerirdischen Bestie, die bald darauf Dutchs Team nach dem "10 kleine Negerlein"-Prinzip dezimiert. Am Ende bleibt nur noch Dutch übrig, der sich einen finalen Kampf mit dem Monster aus dem All liefern muss.
Arnold Schwarzenegger (The Terminator) ist die Hauptperson dieses Filmes und schon am Anfang wird klar, dass nur er von seinem Team den Film überleben wird. Lediglich "Rocky"-Veteran Carl Weather (Happy Gilmore) ist neben Schwarzenegger eines der bekannteren Gesichter. Bill Duke (Exit Wounds) kann man auch in anderen Filmen mal durchs Bild laufen sehen und hatte mehrere Gastauftritte in der Serie "Fastlane". Jesse Ventura (Joe Jedermann) spielte vor "Predator" schon mit "The Running Man" bereits in einem anderen Schwarzenegger-Streifen mit. "Lethal Weapon"- & "Last Boy Scout" - Drehbuchautor Shane Black hat hier zudem seinen bisher einzigen Filmauftritt als ein weiteres Mitglied von Dutchs Team.
Auf den ersten Blick riecht "Predator" stark nach Schema D: Ein Einsatzteam ist im südamerikanischen Dschungel auf einer Rettungsmission unterwegs, merkt aber bald, dass ein Alien Jagd auf sie macht! Doch "Predator" ist ganz anders. Die Erkenntnis, dass aus den Jägern Gejagte werden, eskaliert in einem langsamen, aber sicheren Spannungsaufbau. Der Showdown wurde dann mit fast undenkbaren Szenen inszeniert. "Predator" ist eine gesunde Mischung aus "Alien", "Rambo" und sämtlichen Vietnam-Filmen. Stan Winston hat mit der Gestaltung des Predators nach dem Terminator und der Alien-Königin ein weiteres Meisterwerk der SciFi-Monster gemacht.
Eigentlich sollte Sylvester Stallone den Part von Arnie übernehmen, lehnte aber ab, da er mit diesem Film wohlmöglich für ewig in die Rambo-Schublade verfrachtet werden würde. Ein weiterer Kandidat war auch Mel Gibson, der jedoch wenig Interesse zeigte. Wenn Gibson die Rolle angenommen hätte, dann wäre das schon so was wie Ironie, wenn man bedenkt, dass sein "Lethal Weapon"-Partner Danny Glover in "Predator 2" die Hauptrolle spielt. Der verstorbene Kevin Peter Hall, der in beiden Filmen den Predator spielte (und die Rolle des ursprünglich für den Film vorgesehenen Jean-Claude Van Damme übernahm) spielte 1980 in einem Low-Budget-Movie ironischerweise einen Alien-Jäger.
Der Predator selber wurde zu einer Kult-Figur und lieferte sich in anderen Medien (z.B. Video-Games, Comics) bereits Duelle mit solchen Größen wie H.R. Gigers Alien, dem Terminator, Batman und Superman. Ich habe sogar schonmal das Cover eines Comics mit dem Titel "Predator vs. Jason" gesehen, wo das Monster sich einen Kampf mit dem Masken-Killer Jason Vorhees liefert, was sicher auch eine gute Idee für ein Film-Crossover gewesen wäre. Dennoch kommt dieses Jahr mit "Alien vs. Predator" nun der dritte Film mit dem außerirdischen Rastazopf-Jäger in die Kinos.
Neben der "Terminator"-Trilogie, "Total Recall" und "True Lies" ist "Predator" für mich ungelogen einer von Arnies besten Filmen, die er je gemacht hat.