Review
von Con Trai
Verschollen in Mexiko (1983)
Verschollen in Mexiko (1983)
"I much prefer a guy like Rockford who's put in prison for a crime he didn't commit. The cops think he's guilty all the time. His father thinks he's a jerk for being a private eye rather than a truck driver, which he views as a good solid manly job instead of running around trying to find divorced women's husbands. Rockford's flaws and his own sense of self-irony made him a fun character for me to write. I was always looking for the flaws in my characters. If you run down the list, the A-Team had the most flawed characters of any show I've created. Everybody on that show was dysfunctional."
~ Stephen J. Cannell
"It would be odd if people didn’t voice their concerns. We have had surveys which have shown that a very substantial group of parents feel that The A-Team is make-believe. It is entertainment, it doesn’t bring the three-dimensional realism of violence into the home, and they are happy with its content."
~ John Whitney
Oberhalb von Acapulco. Ein scheinbar entleertes Dorf, bei dem sich die Leute nur vor Angst in ihren Häusern verstecken. Ein geschmückter und gefüllter Markt, der nicht besucht wird und nicht bedient, dafür bald von Kugeln zerschossen und von durchbretternden Autos zerstört. Eine nur scheinbar friedliche Gegend weitab von der Gesellschaft und wo sich Nachbarn noch kennen und aneinander helfen, hier wie in den frühen Morgenstunden vor dem Aufstehen und dem Füllen des Dorfes wirkend, aber diktatorisch in fester Hand und in der Ferne und immer näher kommend schon die Wagenkolonne des Feindes am Röhren.
"Ich habe eigentlich gedacht, ich hätte Profis angeheuert."
Das Kommandoteam ist da noch nicht aufgetaucht, wird aber bald schon erwähnt und per Nachrichtenmaterial und Zeitungsausschnitten vor allem dem Publikum näher gebracht und bald auch schon live und in Farbe vorgestellt. Die Einführung der Handlung ist aus heutigen Blick gleichzeitig ungewohnt und absolut gängig: Darstellerin Melinda Culea, eine "Prinzessin in einer Welt voller Drachen', hier noch mit langen Haaren und an ihrem Arbeitsplatz mitten in der (eher begrenzt und gedrängt wirkenden) Redaktion, die auch die gesamte erste Hälfte und damit die Prämisse erst ermöglicht und zusammenhält; dazu ein völlig unscheinbarer Zuarbeiter als Kollege, der die Hintergrundinformationen wie im Zeitraffer zusammenstellt und bald auch weitere nichtssagende Figuren wie Colonel Lynch, welcher im Gegensatz zu seiner Ablöse Colonel Decker und General Fulbright später eine ebenso blasse Erscheinung und auch ohne jegliche Authorität, eher ein Comic Relief ist. Und natürlich der einmalige Einsatz von Tim Dunigan als Templeton Peck; wobei Dunigan unabhängig vom später besser harmonierenden Dirk Benedict und dessen eigens geschriebener Rolle durchaus in Ordnung geht und gerade bei seinen Schwindel- und Betrugsaktionen teils auch kantiger, mit Benedict als ehedem geplanter und dann auch fest eingesetzter Darsteller allerdings doch als Fehlbesetzung wirkt. Der gesamte Rest ist allerdings schon da und vorhanden, der selbstironische bis parodistische Grundton (die Szenen am Aquamaniac-Set und folgend die Autohatz vor der einrückenden Militärpolizei hinweg durch die diversen Filmkulissen) und auch die Art der Inszenierung der Actionszenen, in denen einzelne (kleinere) Karambolagen, Überschläge und Durchbrechungen der Dekorationen extra exponiert werden und ein Stuntfestival generiert.
Gedreht von Rod Holcomb, der nie wieder für diese Produktion gefilmt hat – die meisten Credits hat Michael O'Herlihy, gefolgt von Dennis Donnelly, Stuntcoodinator Craig R. Baxley, David Hemmings und Tony Mordente – muss man sich in Sachen Vorlauf und dies auch im Nachhinein rezipierend dabei einiges an Füllmaterial ergehen lassen. Rückblickend sind die Szenen in der Psychiatrischen Klinik ebenso wie das 'Abtasten' der Journalistin erst des Nachts durch einen scheinbar Betrunkenen und am Morgen durch 'Mr. Lee' und das gegenseitige umständliche Kontaktieren der Truppe über eine Talkshow im Radio etc. recht überflüssig und ohne die eigentliche Handlung am Voranbringen; teilweise wirkt man wie ein Extended Cut, der vorher aus guten Grund im Schneideraum gelassene oder zumindest getrimmte Szenen für eine Bonusauswertung noch einmal zusammenfügt. In Mexiko landet man erst zu Beginn der zweiten Hälfte, im fiktiven San Rio Blanco selber ist man eine halbe Stunde vor Abspann, so richtig eilig wirkt das Verhalten aller Beteiligten nicht, auch wenn die Journalistin ständig verbal auf die Tube der Dringlichkeit drückt.
Immerhin dreht man hier noch direkt vor Ort, hat sich der Pilotfilm zum Mid-Season Einsatz ab Januar 1983 in der Hinsicht nicht lumpen lassen, die vier Leute plus auch die Dame an ihrer Seite sind jeweils eigenständig gehalten schon und gut miteinander harmonierend. Holcomb, ein Spezialist für Pilotfilme und damals der go to guy für Cannell und Co. (Die Aufgabe: Thronfolger gesucht, Agentin mit Herz, The Greatest American Hero und bspw. Der Equalizer: Der Schutzengel von New York wurden alle von ihm eröffnet.) bereitet den Weg für fast 100 weitere Episoden, die allesamt genauso aussehen, teilweise gerade zu Beginn dieser 'Halbstaffel' teils aber für eine kurze Zeit und speziell bei Episode 3 "Fegefeuer" um eine gewalttätige Sekte, Episode 4 "Auf Leben und Tod" um erzwungene Gladiatorenkämpfe im Knast und Episode 5 "Wölfe in Uniform" im als Killer tätige Polizisten noch ernster wirken als später im Unsinn. Kurz vor knapp geht es hier auch ein wenig in die Richtung, wird nach einem bereits geglaubten Sieg auch per Luftunterstützung festgestellt, dass man vorübergehend die Schlacht dennoch verloren hat und man sich in einem fremden Land, für einen fremden Krieg und in eher unangenehm feucht-schwülen Temperaturen in einem aus Bambusrohren gefertigten Gefangenenlager wiederfindet.