Review

Normalerweise kann ich mit den Filmen von Luc Besson jetzt nicht so viel anfangen. „Léon“ ist da eine glückliche Ausnahme, da der Film nahezu in allen Bereichen überzeugt.


Der Auftragskiller Léon (Jean Reno) ist ein meister seines Faches. Aufhalten kann man ihn nicht und gerade hat er mal wieder einen Auftrag zur Zufriedenheit erledigt. Trotzdem scheint das Leben des Léon eintönig zu sein, sein bester Freund ist eine Pflanze, die er hegt und pflegt. Léons Leben ändert sich, als er den Mord an Mathildas (Natalie Portman) Familie mit ansieht, verübt von dem korrupten und drogenabhängigen Detektiv Stansfield (Gary Oldman) . Mathilda ist ein 11 jähriges Mädchen, welches im gleichen Haus wie Léon wohnt. Léon rettet ihr Leben, indem er sie in seine Wohnung lässt. Es bahnt sich eine kuriose Freundschaft an. Léon soll Mathilda ausbilden, damit sie Stansfield töten kann. Dafür bringt Mathilda Léon lesen und schreiben bei und wie lebenswert das Leben doch ist. Aber Stansfield beherrscht weiter Mathilda, sie will nur noch Rache...


Die ersten 30 Minuten von „Léon“ vergehen wie im Flug. Es wird geballert ohne Ende, bis der Film ein wenig zur Ruhe kommt. Doch schon in den ersten 30 Minuten passiert alles wesentliche für den Film. Wir sehen, wie perfekt Léon bei seiner Arbeit vorgeht, und wie kaltblütig der Irre Stansfield Mathildas Familie inklusive ihren kleinen Bruder umbringt.
Von da an baut sich eine langsame Freundschaft zwischen Léon und Mathilda auf, die eigentlich verschiedener nicht seien könnten.

Schauspielerisch ist Jean Reno einfach cool in der Rolle des Léon. Kühl und abgekartet geht er seinem Beruf nach, umso witziger ist es dann, wie er sich um bis dato einzigen Freund, seine Pflanze, kümmert.
Eine große Entdeckung war damals die noch sehr junge Natalie Portman, welche mittlerweile auch bekannt ist, besonders in ihrer Rolle als Padme aus den Star Wars Episoden 1-3.
Höhepunkt ist aber Gary Oldman als drogenabhängiger Detektive. Oldman spielt diesen Psycho einfach brillant. Stansfield wirkt die ganze Zeit wie in Trance, wenn er über klassische Musik labert, dann eine Tablette schluckt und urplötzlich durchdreht und eine ganze Familie auslöscht. Alle drei sind in den Rollen glänzend besetzt.

Auch inhaltlich stimmt eigentlich alles. Nach der hammerharten Eröffnung wird de rFilm ruhiger, León und Mathilda müssen sich kennen lernen, mit vielen Problemen kämpfen etc. Denn eigentlich viel Léon Mathilda gar nicht helfen, geschweige denn, sie zum Killer ausbilden. Aber Mathilda schafft es immer wieder, Léon irgendwie rumzubekommen.
Was ein wenig nervt sind die Annäherungsversuche Mathildas gegenüber Léon. Sie wirken aus meiner Sicht fehlplatziert. Dafür stimmt der Humor im Film, der auch ein wenig Platz bekommt. Wenn Mathilda sich ihr erstes Opfer aussucht oder sie in die erste Wohnung einbrechen, um zu üben, aber seht selbst.

Natürlich gibt es ein großes Finale, quasi Léon und Mathilda gegen den Rest der New Yorker Cops und der Ausgang wird auch niemanden überraschen, mit einer kleinen Ausnahme natürlich. Auch hier ist Freak Oldman einfach klasse. Er mag zwar Drogen nehmen und dumm wirken, in Wirklichkeit ist die Figur Stansfield aber recht schlau und geschickt, so dass Léon einen ebenbürtigen Gegner haben wird...oder doch Mathilda? Oder gar beide? Seht selbst.


Fazit: „Léon“ ist perfekte Unterhaltung. Gute 2 Stunden bekommt der Zuschauer alles zu sehen, was er sehen will. Gewalt, Schießereien, Humor und ein wenig Wehmut. Dank der drei ausgezeichneten Darsteller wird „Léon“ nie langweilig und es macht einfach Spaß zuzusehen, wie die kleine Mathilda Léon lehrt, dass man das Leben doch zu schätzen hat, auch wenn der finale Höhepunkt noch aussteht. Daher ist dieser Film ein ganz klares Pflichtprogramm. Besser war Besson nie.

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