What a Ride!!!
"One False Move" ist einer der bissigeren Thrillergeheimtipps seines Jahrzehnts und macht filmisch kaum Gefangene und kaum falsche Bewegungen, wenn er jedoch von drei Gaunern und Killern auf der Flucht erzählt, die im Gegensatz dazu dauernd die falschen, abgründigen Wege gehen - und die sich von L.A. aus auf ein amerikanisches Kaff zubewegen, wo sie ein motivierter Sheriff und Vater schon erwartet...
Roadtrip from Hell
Von Los Angeles nach Star City, von der qualmenden Großstadt in den westernartigen Vorort, von versmogten Sonnenuntergängen zu ein paar der eiskaltesten und realistischsten Morden, die ich je auf Film gebannt gesehen habe. Zwischen Coens und Preminger. Ein Brett, brutal und moody. Voller abgebrühter Typen und eigenen Agendas. Grautöne überall. Eine Verfolgungsjagd, die viel mehr Beachtung genießen sollte und mich vom atmosphärischen ersten Ton bis zur letzten Abspannzeile gefesselt hat. Und das mächtig. Paxton, Thornton, Beach - alle mit Sahneperformances. Zum Teil echt creepy. Die Kontraste Amerikas. Die Konflikte der Systeme. Zwischen B-Movie und Qualitätsfilm. Autoscheinwerfer und Kokain. Lauter falscher Abzweigungen. Mit nur einem Ausweg. Und trotzdem brütend und hochspannend. Bluesiger Score. Tanktops und Höllenhunde. Immer schwitzig, immer leicht stinkend, immer menschelnd. Eine echte Entdeckung für mich. Ohne Wiederkehr. Point-of-No Return längst im Rückspiegel. Sicherlich auch mit Wiederspielwert. Ein Trio Infernale.
Glaubhafter Pulp
Fazit: Einer der unterschätzteren Neo Noirs aller Zeiten, einer der unterschätztesten Krimis der 90er, einer der formvollendeteren Indies, einer der coolsten Geheimtipps, die man geben oder kriegen kann... "One False Move" trifft kaum falsche Entscheidungen!