Review
von Leimbacher-Mario
Lil' Lancelot
Als zwölfjähriger Junge hat man nicht viel im Kopf - abgesehen von Brüsten, Mädels und Sauereien. Doch der creepy Jamie aus „The Pit“ übertreibt's bei seiner neuen Babysitterin deutlich - was das von ihm entdeckte Loch samt hungrigen Trollen (?) im Wald fast zur Nebensache werden lässt. Bis er anfängt ihm verhassten Menschen dort eine tödliche Falle zu stellen…
Fast jeder Mann hätte aus seiner Kindheit bzw. Jugend Sachen zu erzählen und zuzugeben, wenn es um Sex, Pubertät und Frauen geht, die irgendwo zwischen lustig, peinlich, unverschämt und kriminell liegen. Von Gaffereien und Spannerei über unangebrachte sexuelle Äußerungen, Lästereien, doofen Sprüchen und simplen Tollpatschigkeiten bis zu unüberlegten Aktionen, für die erwachsene Männer ein paar Jahre später zurecht richtig Ärger bekommen und ihr Leben (erst recht in der heutigen Gesellschaft) vielleicht völlig verbaut hätten. Manche Herren mehr, andere weniger, aber kaum einer wird komplett „sauber“ durch seine Jugend gekommen sein. Dafür dreht die dann frische „Schwanzsteuerung“ einfach zu frei in diesen Jahren. Leider, will man fast sagen rückblickend, aber dann doch irgendwie scheinbar Natur. Deswegen kann man(n) den zwischen notgeil, cringy und fast autistisch anmutenden Jamie in „The Pit“ teilweise noch verstehen. Dennoch nimmt „The Pit“ psychologische Züge an, die, gerade gemischt mit oft unfassbar schlechtem (auch musikalischem) Timing und mieser Schauspielerei, oft genug zum Lachen, Kopfschütteln und Grübeln führen. Nicht selten zu allem drei zusammen. Heutzutage hätte man das „Trollloch“ sicher recht schnell unzweideutig zur Metapher gesteuert. Hier bleibt das freiwillig und es eher bei einem naiven, schrägen Monstermovie mit kindlichen Psychologieuntertönen zwischen „normaler“ verrückt spielender Sexualität und ziemlich dunklen Gedankenreisen, zwischen Einsamkeit und Psychopath, zwischen Weirdo und Killer. Aber man muss da auch nicht zu viel reindenken und interpretieren. Ein gutes Doppel etwa mit „The Gate“ und ein „Bad Movie“-Unikum. Macht viel Spaß. Oft komplett unfreiwillig.
Fazit: definitiv ein „so bad it's good“-Highlight. Und obendrauf auch noch mit schrulligen Monstern, einer metaphorisch gesehen nicht uncleveren Idee und einem der versauteren, gestörteren Teenagern der Filmgeschichte. Und der letzte Shot ist auch noch genial und lässt jubeln.