Generell gibt’s ja bei TV-Entertainment auf Katastrophenbasis wenig zu holen, aber wegen unseres liebsten C-Film-Hunks Casper van Dien (all Muscles, no mimic since „Starship Troopers“) schaltet man gerne mal ein.
„Zeitreise in die Katastrophe“, ein Ami-Produkt für Videothekenlose, lockt dann auch mit einer netten Prämisse rund um einen geheimnisvollen Fremden, der offenbar bei allen großen Katastrophen des 20.Jahrhunderts dabei war. Was mysteriös beginnt, gerät dann aber aus Budgetgründen schon recht bald in eine neunzigminütige Verfolgungsjagd rund um einen Mann, der einer illegalen Zeitreise-Touristenagentur ins Handwerk pfuscht, weil er die Katastrophen verhindern will und damit die Zukunft durcheinander bringt.
Wäre schön, wenn das alles spannend und gruselig ausfallen würde, doch nach einer ordentlichen ersten halben Stunde wird es zunehmend banaler, wenn Reporter Tom Merrick samt Kollegin von FBI (das allerdings mehr wie normale Polizeibeamte dreinschaut und auch in normalen Revieren aktiv ist) und zwei Zeitagenten verfolgt wird. Ein futuristischer Zeitreiseprospekt, eine Powerknarre und das wars dann auch schon, ansonsten konzentriert man sich auf ein paar gesprengte Autos, eine U-Bahn-Katastrophe mit recycletem „Money Train“-Material und einem Bombenanschlag auf ein Eishockeystadion, wo doll viele Kulissen umfallen.
Was man vielschichtig hätte inszenieren können, fällt leider arg banal aus, indem alle Charaktere ständig zusammenfassen, was wir eh schon wissen und der per Bildschirm mal reinschauende Martin Sheen veredelt das alles auch nicht wirklich.
Natürlich: fürs TV solide zusammenproduziert, aber dann doch mehr Schicksalsaction mit ganz viel Familienrettung und wenig SF-Einflüsse, auch wenn hier wohl während der Produktion schon „Matrix“-Stills von Carrie-Ann Moss im Umlauf waren, wenn man Theresa Saldana so zusieht.
Zusammen mit einigen haarsträubenden Zufällen und anderen Plotwendungen aus dem Zufallsreich wird dann aber doch nur dumpfe Freitagabendunterhaltung daraus, für den Tag, an dem Uschi ihre Migräne nimmt. (3/10)