Nach " Viper - Ein Ex Cop räumt auf " ist " Sabotage " der zweite richtig gute B-Actioner von Regisseur Tibor Takacs. Auch war er der Erfinder des Gruslers " Gate - Die Unteridischen ". Leider hat Takacs sehr wenige Höhepunkte in seiner Regiekarriere zu bieten, da er einfach keine guten Drehbücher oder sonstige Angebote bekam. Doch zusammen mit Hauptdarsteller Mark Dacascos liefert er hier sehr professionelle B-Kost ab. Die Beiden arbeiteten ein Jahr später noch einmal in " Sanctury " zusammen, welcher jedoch " Sabotage " nicht das Wasser reichen kann. Warum es bis heute noch keine deutsche DVD gibt, ist für mich unverständlich, Marketing könnte sich ja mal dazu bemühen.
Story:
Der Seal Michael Bishop ( Mark Dacascos ) wird während eines Auftrags reingelegt und von Profikiller Sherwood ( Tony Todd ) fast getötet. Drei Jahre später ist Bishop Bodyguard eines einflussreichen Geschäftsmannes. Doch auf diesen wird ein Anschlag verübt. Nun steht Bishop selbst unter Verdacht und beginnt zusammen mit der FBI Agentin Castle ( Carrie Ann Moss ) zu ermittlen. Die Spur führt wieder zu Sherwood und einem Spitzel innerhalb des FBI. Bald trachtet die Organisation Bishop nach dem Leben.
Ein dickes Plus gibt es für die sehr wendungsreiche und interessante Story. Hier weiss man nicht schon nach der Titelmelodie wie das Ganze ausgeht, denn die richtige Auflösung gibt es erst ganz zum Schluss, inklusive dicker Überraschung. Takacs Erzählweise ist sehr spannend, aber etwas zu langsam. Auch sind manche Wendungen einfach zu viel des guten, denn dadurch verliert die Story an Komplexität. Außerdem hätte man einige Dialoge ruhig etwas verkürzen können. Zu Anfang geht es richtig rasant zur Sache, doch im Mittelteil sackt " Sabotage " dann ab, wobei kaum Action aufkommt. Im letzten Drittel nimmt der Film dann wieder an Fahrt auf. Trotz der kleinen Schwächen wird es nie langweilig, nur etwas zäh.
Die Kulissen sind sehr stimmig, aber eher einfach gehalten, am meisten überzeugt zu Anfang die Kulisse Bosniens. Der Score bietet immer die passende Musikuntermalung an.
An Action mangelt es ein bisschen, doch das Vorhandene ist sehr gut inszeniert. Bloß warum lässt man Martial Arts Experte Dacascos nicht mehr kämpfen. Nur zweimal darf sich Dacascos austoben, wobei die Fights immer sehr schnell geklärt sind, dafür aber spektakulär, vor allem der Kampf im Hotelzimmer. Ansonsten gibt es viele Shootouts mit sehr graphischen Einschüssen. Auch Bullettime kommt zum Einsatz, in der man die Kugeln auf die Opfer in Zeitlupe zufliegen sieht. Aber auch sonst ist Takacs ein Freund von Zeitlupen und übertreibt es gelegentlich damit ein bisschen. Insgesamt kommt der Actionfan aber auf seine Kosten und auch die Selbstjustizmaßnahme am Ende wirkt überzeugend.
Mark Dacascos macht in der Action eine richtig gute Figur, aber auch sein Schauspiel sieht glaubwürdig aus. Carrie Ann Moss gibt sehr überzeugend die FBI Agentin und Mutter Louise Castle, während auch die Gegenseite mit Graham Greene und Tony Todd sehr passend besetzt ist.
Fazit:
Sehr professioneller B-Actioner mit guter und wendungsreicher Story. Die Darsteller überzeugen durchweg, nur der Mittelteil ist zu actionarm. Ansonsten kracht es aber ganz gut, nur hätte ich mir mehr Fights gewünscht. Dafür gibt es einige Überraschungen und die Inszenierung ist top.