Review

Die Geschichte beginnt wie viele Filme. Man wird ins kalte Wasser geworfen und unterschiedlichste Personen, die zunächst Nichts miteinander zu tun haben scheinen, werden einem vorgestellt. Da ist die Mutter Flor, die mit ihrer Tochter Laura zusammenlebt und ihren Lebensunterhalt damit verdient, ihren Körper Männern zur Verfügung zu stellen. Und da wäre eine Gruppe von Kleinganoven, die einen Raub auf eine Lottoannahmestelle planen und durchführen. Juanjo und Tony, 2 der Verbrecher, türmen aber mit der Beute. Juanjo ist der Bruder von Flor, welcher sich dann deren Tochter annimmt, da Laura ihre Mutter desöfteren beim "Arbeiten" stört. Max und Moco, die anderen beiden der Ganovenbande, sind ab nun auf der Suche nach der gestohlenen Beute. Und somit auf der Jagd nach Juanjo, Tony und Laura.

Ein typisches Roadmovie also. Aber in Anbetracht dessen, dass der Film auf Arte lief und aus Spanien stammt, wollte ich ihn mir doch mal ansehen. Auch die Benotungen hier auf ofdb.de lassen sich sehen. Die ausschließlich guten Kritiken bisher kann ich allerdings nicht ganz teilen.

Der Film fängt zwar gut und interessant an, die verschiedenen Charaktere werden einem sehr schnell, aber auch sehr präzise vorgestellt. Doch mit zunehmender Filmdauer büßt "Fugitivas" an Qualität ein. Nicht, weil er direkt schlechter wird, sondern weil es einfach keine Höhepunkte gibt. Auch richtige Spannung will nicht aufkommen. Vielleicht in dem leerstehenden und heruntergekommenen Haus in der Mitte des Filmes, aber das wars dann scho. Auch gibt es jetzt keinen richtigen Showdown oder gegen Ende zumindest noch ein paar Szenen, die die Spannungskurve noch nach oben schrauben lassen würden. Die Auflösung des Films kommt hingegen fast schon abrupt, als wollte man auf Teufel komm raus nicht länger als für 100 Minuten Material vergeuden. Ich erwarte ja keinen blutigen Shootout wie in "True Romance", aber etwas mehr hätte es dann doch sein können.

Auch die Charaktere sind, zumindest mir, fast alle unsympathisch. Klar, Max und Moco sind die "Bösen", für die soll der Zuschauer auch nicht viel übrig lassen, aber die schauspielerischen Leistungen sind jetzt nicht so überzeugend, womit nicht einmal für Tony oder Laura so richtige Sympathien aufkommen mögen. Dadurch gibt es, wie oben schon erwähnt, einfach keine Szenen, bei denen man so richtig mit den Protagonisten mitfiebert und hofft, dass ihnen Nichts zustößt.

Der Film bietet zwar knapp 100 Minuten Unterhaltung, doch er ist bei Weitem nicht so gut, wie er hätte sein können und wenn dann der Abspann läuft, ist man teilweise verärgert, wie viel Potenzial verschenkt wurde und dass der Film auch teilweise Zeitverschwendung war. Er ist eben einfach nichts Besonderes. Wenn man mal Nichts zu tun hat, kann man sich ihn getrost ansehen. Zu mehr reichts allerdings nicht.

6/10 Punkte

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