kurz angerissen*
Tobe Hooper würde in seinem Remake später zwar ganze Einstellungen und Sets 1:1 kopieren (insbesondere den berühmten Hügel mit dem Zaun, der in eine verborgene Lichtung führt), richtete den Fokus aber deutlicher auf die Entfremdung der Erwachsenen vom Kind in der Hauptrolle und damit auf eine kindlich empfundene Fantasy-Ebene. Jimmy Hunt hingegen, ein Junge mit dem blendend-aufgeweckten Profil wie von einem Zwieback-Logo, genießt im Original deutlich mehr Unterstützung von der aufgeklärten Welt; tatsächlich kommt in manchen Szenen richtiggehend „Jugend forscht“-Stimmung auf, wenn der Knirps im Observatorium mit Begeisterung wissenschaftliche Thesen aufsaugt, die ein Mann im weißen Kittel mit der für die 50er so typischen Mischung aus Faszination und Furcht vor dem Unbekannten vorträgt.
Zwar wird versucht, die xenophoben Züge des damaligen politischen Klimas bis in die juvenilen Wurzeln der Gesellschaft hinein zu injizieren, doch gegenüber den großen Vorbildern („Der Tag, an dem die Erde stillstand“ wird mindestens in einem Szenenbild zitiert, wenn eine geradezu kindlich gestaltete Rakete zum Start ansetzt) geht „Invasion vom Mars“ viel zu plump vor, liefert alberne Thesen über extraterrestrisches Leben und verschneidet sie mit Dokumentarmaterial von rollenden Panzern, die der Bedrohung, im Konkreten zwei Männern in Ganzkörpersamtanzügen und einem Kopf im Glas mit rollenden Augen, mit roher Waffengewalt den Garaus machen. Die stimmungsvollen Ansätze der Ausgangskonstellation werden damit brutal erstickt, was Hooper schlussendlich den Weg zum eher seltenen Kunststück freiräumte, das Original mit einem Remake zu übertreffen.
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