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In den 50er Jahren gelangt radioaktiver Staub eines an der Erde vorbeirasenden Meteors auf die Erde und sorgt für eine Epidemie unermesslichen Ausmaßes. Jeder, der stirbt, verwandelt sich kurz darauf in einen Zombie und giert nach dem Fleisch der Lebenden. In einem Krieg kann sich die Menschheit allerdings gegen die Zombies durchsetzen und lebt jetzt in gesicherten Zonen, die ringsherum mit sichernden umgeben sind, während außerhalb noch immer die Untoten umherwanken. Durch eine Erfindung des Konzerns ZomCon ist es den Menschen mittlerweile sogar möglich, die Zombies zu zähmen. Ein besonderes Halsband lässt die Untoten ihren Heißhunger auf Menschenfleisch vergessen und macht sie zu braven Haushaltssklaven.

Fido wird teilweise zurecht abgefeiert. Die Grundidee ist herrlich skurril und wird auch angenehm schelmisch mit doppeltem Augenzwinkern serviert. Wirklich gut fand ich allerdings nur die erste Halbzeit in der das Setting liebevoll durch überzogene Werbespots im Stile der 50er Jahre aufgebaut wird. Tatort der Show ist das beschauliche Vorstädtchen Willard, lieb bevölkert von den so typischen naiven Spießern mit sauber gepflegtem Vorgarten und hübschen Blümchenkleidern, fehlen eigentlich nur noch die Gartenzwerge. In diesem Idyll werden nun, nach dem gewonnenen großen Krieg, Zombies als billige Arbeitskräfte und Haushaltssklaven gehalten.
Ernst nehmen kann man das alles aber natürlich nicht. Spätestens wenn 10-jährige Schüler in der Klasse gefragt werden, wer denn schonmal einen Zombie getötet hat und tatsächlich drei Kids die Hand heben befinden wir uns im Reich der horriblen Parodie. Erst recht als es dann anschließend zum (erschreckend treffsicheren) Schießtraining geht und gar süße Kinderlieder über Kopfschüsse gesungen werden. Es macht zudem auch Riesenspaß den Zombiebediensteten zuzusehen, wie sie ungelenk die Post oder Milch austragen oder an der Leine hinter ihren Herrchen herlaufen und dabei noch einen Schirm als Sonnenschutz hochhalten.
Im Zentrum steht dabei die Familie Robinson und da besonders der kleine Timmy, die sich endlich auch das Statussymbol eines Mädchen-für-alles-Untoten geleistet haben. Timmy freundet sich mit dem grau angemalten Sklaven an und gibt ihm sogar den Namen Fido (klingt sogar schon wie ein Hundename). Meiner Meinung tut diese ungewöhnliche Freundschaft der Story aber nicht so gut, denn Halbzeit zwei fand ich ziemlich abgedroschen. Als Fido wegen Fressens der Nachbarschrulle abtransportiert wird, spielt sich das ganze so ab, als wäre Lassie vom Hundefänger mitgenommen werden.
Da macht im Grunde nur noch der schräge Nachbar mit seiner Zombieschlampe ein wenig Spaß, aber der Rest spielt sich beinahe wie in einem Disney Film. Das sich nachher sogar Mrs Robinson in Fido verliebt, also bitte, ist dann schon nicht mehr ulkig sondern dämlich. Ein bißchen Nekrophilie in Ehren ist ja eine gute Sache, aber hier schießt das Script ein wenig ins Leere. Man hätte gerne ein wenig mehr Sozialkritik einbringen dürfen, denn die Parallele zur Einwandererproblematik ist ja mehr als offensichtlich.
Schade, der Anfang war wirklich innovativ komisch, sobald sich das ganze aber auf die Familienproblematik hinbewegt, läßt der Film doch nach. Da hätte man aus der tollen Grundidee mehr machen können. Besser als die allermeisten der neuen Billig-Indie-Zombiemetzler ist Fido aber immer noch, auch wenn es in Sachen Härte eher betulich zugeht. Jedenfalls Respekt für jeden, der dem Genre etwas neues injizieren kann.
6/10

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