Während ihre Eltern im Nebenzimmer eine Cocktail-Party veranstalten, vertreiben sich einige Kids die Zeit mit Telefonstreichen... dummerweise klingeln sie dabei aber auch bei einem waschechten Psychopathen durch, der kurz darauf persönlich vorbeikommt und sämtliche Erwachsenen vor den Augen der Bälger mit der Axt in kleine Stücke hackt. Zwölf Jahre später haben die Gören von damals immer noch nichts dazugelernt, denn während einer Studenten-Party macht Marcus - einer der Überlebenden des besagten Massakers - den Vorschlag, die öde Fete mit dem Spiel "75" etwas aufregender zu gestalten, bei dem es darum geht, bei wildfremden Leuten durchzuklingeln und diese 75 Sekunden lang am Telefon zu halten, ohne dass die Person am anderen Ende der Leitung auflegt. Wie es der Zufall so will, gerät Gastgeber Brandon dabei doch glatt erneut an einen irren Killer, der der anwesenden Bagage prompt einen Besuch androht. Da dauert es auch nicht megr lange, bis wieder die Axt geschwungen wird und die ersten Teenager-Rüben über das Parkett der abgelegenen Villa rollen. Kann Detective Criton, der schon in dem damaligen Fall ernittelt hatte und aufgrund einiger aktueller Leichenfunde ahnt, dass da irgendwas faul ist, noch rechtzeitig eingreifen, bevor es auch der niedlichen Karina und ihren Kumpels an den Kragen geht...? Der Karriere-technisch ziemlich tief gesunkene Rutger Hauer übernimmt in diesem hundsbescheuerten Direct-to-DVD-Teenie-Slasher exakt jenen Part, der in einem Pendant-Streifen der frühen 80er eigentlich irgendwelchen abgehalfterten Altstars vorbehalten war, nur dass es Leute wie Glen Ford und Leslie Nielsen im direkten Vergleich noch ganz gut getroffen hatten, denn immerhin hatte damals der Restfilm um die billige Nebenrolle noch etwas getaugt. Bei "7eventy 5ive" hingegen erkennt man schnell, dass dieses Debüt des dumpfbackigen Regie-Gespanns Brian Hooks und Deon Taylor trotz aller Abkupferei keinesfalls mit solchen Mini-Klassikern wie "Ab in die Ewigkeit" oder "Prom Night - Grauen ohne Namen" konkurrieren kann. Bei dem getätigten, satten Griff in die Versatzstücke-Kiste des Teenager-in-Angst-Genres hat man nämlich einerseits leider vergessen, irgendwelche eigenen Akzente zu setzen, die so einen schieren Dreck zehn Jahre nach Wes Cravens "Scream - Schrei!" noch erträglich hätten machen könnten... und andererseits die entsprechenden Vorbilder nicht mal eingehend studiert, denn selten ist einem eine löchrigere Plotte als Ausrede für das übliche, blutige Body-Count-Gebalge vorgesetzt worden als hier. Sämtliche kreativen Energien sind dann auch ganz eindeutig in die hippe Schreibweise des Titels geflossen, für den eigentlichen Film war da im Anschluss nichts mehr übrig. Dummerweise hat der Streifen an sich kaum irgendein eigenes Profil, denn vor der Kamera lümmeln nur die üblichen, ewig sexbesessenen Mundatmer rum, die Kills sind bestenfalls splatteriger Durchschnitt und selbst das Outfit des in einen Parka eingemummelten Axtmörders kennt man auch bereits aus "Düstere Legenden". Die Logik hinter dem ganzen Gemansche hängt derweil mächtig durch und es empfiehlt sich da doch, im Anschluss die Zusammenhänge der Story nicht allzu genau zu rekapitulieren... die Gehirnwindungen könnten sich dabei verheddern. Bei Brian Hooks und Deon Taylor handelt es sich folglich auch kaum um die neuen Hoffnungsträger des Genres und schon gar nicht um legitime Erben von John Carpenter und Sean S. Cunningham: Wer tatsächlich der Meinung ist, in "7eventy 5ive" echtes Vintage-Slasher-Flair auszumachen, der glaubt auch, dass man mit einem Violinenschlüssel Geigenkästen öffnet.
2/10