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Basierend auf Lionel Whites Roman „Clean Break“ inszenierte Stanley Kubrick diesen Thriller mit Film noir-Elementen, in welchem sich eine Gruppe an einem minutiös geplanten Raub an der Pferderennbahn versucht.
Manche Stilmittel wirken modern und erinnern an spätere Regisseure wie Tarantino, wie der nicht chronologisch bebilderte Ablauf der Operation oder das Einführen und Positionieren der Figuren, deren Interessen und Handlungen später zusammenlaufen. Bis dahin lässt sich das Skript ausreichend Zeit, stellt die Charaktere vor, beleuchtet sie zwar nicht tiefgehend, aber ausreichend für ihre Funktion und Motivation(en). Die unterschiedlichen Typen und Aufgaben werden episodenhaft eingewoben, alles geschieht recht flott (aber auch etwas geschwätzig) und Pausen erlaubt sich „The Killing“ grundsätzlich kaum.

Die Wiedergabe der Planung und Ausführung, kommentiert aus dem Off und durch die Stimme eingeordnet in Zeit und Handlung fordern etwas Aufmerksamkeit. Stets erinnert Kubrick so daran, dass man hier einem perfekt durchgetakteten Unterfangen beiwohnt und doch – es gibt immer Unwägbarkeiten, sich entladende Verstrickungen, alles mündet in ein Finale in abwärtsgerichteter Konsequenz.  
Eingefangen ist das in schickem Schwarzweiß, wobei die Kamera zwar übersichtlich, aber wenig aufregend agiert. Dazu dudelt der Soundtrack irgendwo im Hintergrund, audiovisuell ist „The Killing“ damit solide.

Seine Stärke ist sein Ablauf, seine straffe Erzählung und seine Zielstrebigkeit - trotz der zeitlichen Umwege. In unter neunzig Minuten exerziert Kubrick hier Plan, Ausführung und Konsequenz durch. Ein starker Krimi, der zwar aus bekannten Versatzstücken besteht und sich nur auf seinen Kern fokussiert, die Anordnung der Elemente macht aber letztlich den besonderen Reiz aus. Den Rest erledigt das aufspielende Ensemble, das den nicht auserzählten Charakteren genug Leben einhaucht. Kein Meisterwerk des Meisters, aber ein sehenswertes Frühwerk.

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