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Nachdem Film zwei der Haisaga eine Variation des Originals war, wollte man sich mit „Der weiße Hai 3“ auf neue Pfade begeben, was aber nur zu einem mittelprächtigem Ergebnis führte.
Größte Neuerung ist hier der Schauplatz Seaworld. Hier arbeitet der mittlerweile erwachsene Mike Brody (Dennis Quaid), während Brüderchen Sean (John Putch) seit den Geschehnissen von Teil zwei Angst vor Wasser hat. Es ist sicher gut, dass nicht schon wieder Amity als Handlungsort fungiert, um die Logik, warum es trotzdem wieder die Brodys trifft, schert man sich besser nicht. Immerhin ist Seaworld mit seinen Delphinshows und Wasserskinummern ein etwas exotischerer Handlungsort, der optisch viel hermacht.
Neuerung Nummer zwei ist der Versuch dem damals einsetzenden 3D-Trend zu folgenden. Also werden immer wieder Objekte penetrant in die Kamera gehalten, geworfen und gesonstwast, was zwar nicht übermäßig stört, aber natürlich ohne 3D-Brille kaum Wirkung entfaltet. Das ist jedoch keine Entschuldigung dafür, dass viele der Effekte selbst für damalige Zeit erbärmlich sind (die in 3D splitternde Glasscheibe ist z.B. unter aller Sau) und der immerhin mit Hollywoodknete „Der weiße Hai 3“ selbst dem deutlich günstigeren „Und wieder ist Freitag, der 13te“ (ebenfalls vollgestopft mit 3D-Effekten) meilenweit unterlegen ist.

Die Story weiter? Achja, natürlich kreuzt ein weißer Aggrofisch inmitten von Seaworld auf, verknurpst erst unbemerkt, danach in großem Stil alle Unvorsichtigen und die Leitung hat alle Hände voll zu tun, das Biest zur Strecke zu bringen…
Insofern sind die Abweichungen vom bekannten Rezept dann doch nicht so groß, wie im ersten Teil erhält der Held hier Hilfe von Haiexperten. Ansonsten gibt es wenig Überraschungen, es wird kaum jemand verfrühstückt, von dem man es nicht erwartet, und auch sonst sind die Wendungen extrem vorhersehbar. Kaum jemand wird glauben, dass der in der Mitte gefangene weiße Hai mit normaler Länge wirklich die Bedrohung ist, die folgende Idee mit Mutter und Jungtier wurde aber von diversen maritimen Horrorfilmen immer wieder gerne aufgegriffen.
Ansonsten plätschert „Der weiße Hai 3“ leider noch mehr vor sich hin als der direkte Vorgänger und so ist der Großteil des Films schon vorbei, wenn der Killerfisch so richtig loslegt. Stattdessen bekommt man in der Anfangsphase das Privatleben der Brodybrüder um die Ohren gepeffert, nur interessiert das keine Sau. Sobald dann der Haialarm losgeht, ist aber immerhin für Stimmung gesorgt, nur nach Logik fragt man besser nicht (z.B. warum der Hai seine Opfer sonst ruckzucki wegknurpst, ein dramaturgisch wichtiges Opfer aber zwischen den Zähnen hängen bleibt – selbst als der Hai danach noch wen frisst).

Die Fressszenen sind immerhin halbwegs spannend, gerade die Jagd durch die Röhre hat echt was. Das Finale hat zwar „Deep Blue Sea“ inspiriert, stinkt (nicht nur) gegen diesen aber total ab und wirkt wie lieblos drangeklatscht. Zuvor schafft Regisseur Joe Alves jedoch ein Spannungshöhepunkte, z.B. die erwähnte Röhrenhatz, die Attacke auf die Wasserskiformation die eingeschlossenen Parkbesucher unter Wasser machen dann Laune und retten dann, was vom Filme noch zu retten ist.
Im Gegensatz zum direkten Vorgänger kommt „Der weiße Hai 3“ prominent besetzt daher, auf die Schauspieler aus den Vorgängern muss man leider verzichten. Dennis Quaid ist OK, war aber schon wesentlich besser, während der mal wieder sehr überzeugende Louis Gossett Jr. viel zu wenig Screentime erhält. Lea Thompsons Rolle ist kaum der Rede wert und wie der Rest der Nebendarsteller liefert sie Solides ab, wirklich herausragende Leistungen sucht man vergebens.

Insgesamt ist „Der weiße Hai 3“ solides Mittelmaß, das leider viel zu langsam in Fahrt kommt. In Hälfte zwei gibt es dann einige echte Spannungshöhepunkte im altbekannten Strickmuster, doch das rettet den Film auch nicht mehr. Und für die für Hollywoodverhältnisse megagrottigen Effekte haben noch eine Extra-Schelte verdient.

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