3D - ohjemineeee
„Jaws 3“ ist ein unnötiges, arg angestaubtes und ärgerlich schwaches Sequel. Er steht zwar immer etwas im Schatten der Schlechtigkeiten seines Nachfolgers, der das Franchise endgültig versenkte, doch auch „Jaws 3“ ist schon ein ziemlich brutaler Sargnagel in das einst so legendär gestartete Unterfangen... In dieser lauwarmen Fortsetzung gelingt ein kleiner weißer Hai in einen Wasservergnügungspark und scheint erstmal keine allzu riesige Bedrohung zu sein - bis seine Mami auftaucht...
Egal in welcher Dimension - der dritte Teil der „Jaws“-Reihe hat nicht viele Fans. Und das völlig zurecht. Das 3D wirkt vergebens bis billig, im besten Fall noch psychedelisch, die solide Parkprämisse verkommt in weiten Teilen, der Hai wirkt irgendwie billiger und lahmer als seine schwimmenden, recht agilen Vorgänger und die Figuren sind vanilla. Zudem wirken weder Score noch Regie wirklich auf der Höhe der Zeit oder gar on par mit allem Vorangegangen. Weder inspiriert noch talentiert wirkt das. Kein Wunder, dass die jeweiligen Beteiligten hier nach wenig bis gar nichts mehr auf diesen Gebieten abliefern durften.
Aber natürlich gibt’s auch hier noch wahre Hailights, die den Flop etwa von damaligen Italo-Kopien oder heutigen, blutleeren Blockbustern a la „Meg“ abheben:
+ in dem oft engen Park und den schmalen Röhren kommt manchmal ein wenig Klaustrophobie auf (fast kann man den ganzen Film als Allegorie dazu sehen)
+ Dennis Quaid kann Leading Man
+ der Hai scheint bulliger denn je
+ der Shot aus dem inneren der „Kiefer“ (inklusive „menschlicher Mahlzeit“) ist einfach fabelhaft und hat nicht ohne Grund andere Tierterrorstreifen wie „Anaconda“ inspiriert
+ die Finte mit zwei Haien (Mutter/Kind) funktioniert (zumindest 1x)
+ durchaus ein klares Geschöpf seiner Zeit und für viele Kindheitserinnerungen plus Guilty Pleasure+ im Gegensatz zum Nachfolger fast noch gut
+ die Wasserleiche sieht klasse aus
+ der Hai agiert mehr denn je wie ein Slasher (sogar mit übernatürlichen Ebenen)
+ der Shot am Ende, wenn man den toten Haikiller im Maul sieht, mitsamt Sprengstoff, ist damn creepy
Fazit: im Vergleich zu seinen beiden Vorgängern ein heftiger Niedergang, im Vergleich zum Nachfolger noch solide. So oder so: „Jaws 3(D)“ gehört zwar zu DER royalen Haihorrorfamilie - aber er ist eher der blasse und doch nervige Cousin auf den jeder verzichten könnte!