Mike Brody, der als Sohnemann des Polizei-Chefs von Amity Island in der Vergangenheit schon die eine oder andere Begegnung mit einem großen, weißen Hai hatte (siehe die beiden Vorgänger), arbeitet nun als Ingenieur in dem maritimen Vergnügungspark "SeaWorld" in Orlando, Florida. Auch dort ist er jedoch nicht vor den besagten Raubfischen sicher, denn ein Jungtier hat sich in die Anlage verirrt und treibt nun in der künstlich angelegten Piraten-Lagune sein Unwesen. Auf Anordnung des Park-Betreibers Calvin Buchard sollen Mike und seine Freundin, die Delphin-Trainerin Kathryn, den kleinen Hai einfangen, denn dieser soll als besondere Attraktion rechtzeitig zur Eröffnung von "SeaWorld" die Besucher anlocken. Dass der Baby-Hai dann aber bereits nach kurzer Zeit in Gefangenschaft verstirbt, erweist sich da bald aber schon als geringeres Problem, denn die zehneinhalb Meter lange Mutter hat es ebenfalls irgendwie geschafft, sich in den Park zu schleichen und dort bereits einen bislang vermissten Mitarbeiter angeknabbert... und demoliert nun munter die kostspieligen Unterwasser-Aufbauten. Gemeinsam mit dem Großwildjäger FitzRoyce, der sich zu Promotion-Zwecken vor Ort befindet, gehen Mike und Kathryn erneut auf Haifischjagd... Die ursprünglich von Seiten der Produzenten angedachte Idee einer Parodie mit dem Titel "Jaws 3, People 0" wurde zwar verworfen, aber lachhaft ist diese zweite Fortsetzung zu Steven Spiebergs Klassiker des Tierhorrorfilms dennoch geworden... und auch wenn "Der Weiße Hai - Die Abrechnung" das ungeliebte Stiefkind der Reihe ist, so bin ich doch wirklich nicht davon überzeugt, dass "Der Weiße Hai 3" tatsächlich ein besserer Film ist als dieser. Der Grundstein für eine der größten Schwachsinnigkeiten des vierten Teils wurde hier ja bereits gelegt: Dort konnte der Hai im Finale kräftig brüllen, hier durfte er schonmal knurren und sachte vor sich hingrummeln (man könnte auf den Gedanken kommen, der Gummi-Fisch wäre pikiert, weil er in diesem Film mitspielen muss!)... und statt Michael Caine ist hier mit Louis Gossett Jr. sogar ebenfalls bereits ein frischgebackener Oscar-Preisträger mit mit von der Partie, der sich weit, weit unter Wert verkauft. Bei "Der Weiße Hai - Die Abrechnung" kann man zumindest argumentieren, dass mit Lorraine Gary immerhin noch eine Schauspielerin des Originals in ihrer damaligen Rolle mit an Bord ist. Auf eine derartige Kontinuität wurde hier kein Wert gelegt, wobei Mike Brody - nun gemimt von einem (eigenen Aussagen zufolge) bis unters Dach zugekoksten Dennis Quaid - es sogar irgendwie fertig gebracht hat, in den fünf Jahren, die seit dem zweiten Teil vergangen sind, um zehn Jahre zu altern. Im Bestreben, die beiden Vorgänger irgendwie doch noch zu toppen (was mal kräftig in die Hose gegangen ist!) ist der Hai nun sogar noch 'ne Nummer größer und nimmt dadurch fast schon lächerliche Dimensionen an, die jeder Glaubwürdigkeit spotten... und sieht dabei sogar noch erheblich faker aus als zuvor! Ganz allgemein hat "Der Weiße Hai 3" einige der schlechtesten F/X-Shots der ganzen Reihe und damit sind nicht nur die mies einkopierten Elemente für den 3D-Effekt im Kino gemeint (wovon man - vor der Blu-ray - später im TV und auf Video dann natürlich nix mehr hatte) oder die eine Einstellung, bei der man offenbar vergessen hat, für 'nen grünen Studio-Hintergrund die Unterwasser-Szenerie einzufügen, sondern vor allem das Prop des Baby-Haifischs, das ziemlich offensichtlich aus Plastik ist, von den Darstellern händisch "animiert" werden muss wie einst der Octopus bei Ed Wood und sich an einer Szene deutlich sichtbar an 'nem Gitter den dummen Dötz eindellt! Joe Alves, der bereits die beiden Vorgänger als Production-Designer betreut hat und hier auch mal Regie führen durfte, ist natürlich kein Steven Spielberg und noch nichtmal ein zweiter Jeannot Swarc und so gibt es hier wirklich keine vergleichbar gut inszenierten Spannungs-Szenen oder Hai-Attacken mehr... erinnerungswürdig ist da allenfalls ein Moment, bei dem während des Fressvorgangs aus dem Inneren des Raubfischs rausgefilmt wird, aber dafür ist der Schnitt an der Stelle extra-hakelig. Wahre Langeweile macht sich hingegen immer dann breit, wenn ausgiebig der ganze Rummel im Vergnügungspark mit seinen Wasserski-Läufern und Unterwasser-Geisterbahnen dargestellt wird, was zwecks Laufzeit-Streckung ziemlich häufig passiert. Dass das hier inhaltlich nur ein ganz lauwarmer Aufguss ist, bei dem einem dieselbe, alte Geschichte lediglich durch das vermeintlich reizvolle "SeaWorld"-Setting (das dennoch größtenteils verschenkt wird) und das damals gerade angesagte 3D-Gimmick erneut angedreht werden soll, muss da nicht noch zusätzlich erwähnt werden, oder...? Okay, betrachtet man nur das Einspielergebnis, dann ist die Rechnung irgendwie schon aufgegangen, aber den Gestank von faulem Fisch konnte man dadurch nicht überdecken...
3/10