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Kurz, straight und auf das Wesentliche beschränkt – das ist das beste Kompliment, das man „Unknown“ machen kann, einem eher auf TV-Niveau angelegten Thriller mit kaum 80 Minuten Lauflänge, der vermutlich nur durch seine luxuriöse Besetzung zu größeren Ehren kommt.

Das Setting des „What happened here?“ ist ja in den letzten Jahren sehr beliebt, also finden sich auch hier fünf Personen in einem verschlossenen Raum ein, die sich leider samt und sonders nicht erinnern können, wer sie sind und was sie hier machen. Schussverletzungen und Fesseln lassen aber den Schluß zu, dass hier etwas Kriminelles vorgeht…

Das sind schon genügend Zutaten, um eine schmackhafte Suppe am Köcheln zu halten – nicht zuletzt, wenn sich namhafte Schauspieler wie Jim Caviezel, Barry Pepper, Greg Kinnear oder Joe Pantoliano (vom dem überall präsenten Peter Storemare ganz zu schweigen) darin finden lassen.

Die Ursache der Amnesie ist dabei schnell geklärt und zweitrangig, vielmehr entspinnt sich in kürzester Zeit die Frage, wer in der vorliegenden Entführungsaffäre denn nun Opfer und wer Täter ist. Weitschweifige Spannungen zwischen den Figuren hält das Drehbuch dabei angenehm kurz – Tarantino hätte lange Dialogstrecken eingebaut.
Stattdessen wechselt die Perspektive immer hübsch zwischen drinnen und draußen und dreht den Spannungsregler so weit wie möglich hoch, die beabsichtigten Ähnlichkeiten mit der Grundsituation von „Saw“ sind aber marginal und bald vergessen.
Viel länger als eine gute Stunde hält der Plot aber deswegen auch nicht vor, durch die relativ schnelle Erklärbarkeit wartet das Publikum bald geschlossen nur noch auf die Auflösung und die fällt schön knallig aus, wobei das Drehbuch am Ende noch unbedingt einen Plot-Twist draufpacken muß, der aber ausnahmsweise nicht den ganzen Film kippt, sondern nur ein interessantes Extra bietet.

Atmosphärisch sauber gedreht, genügt „Unknown“ für eine flotte Bringdienstpizza, die auch gar nicht schwer im Magen liegt und beweist, das DVD-Premieren nicht immer gleich Schrott sein müssen.
Wer aber auf monströsen Überraschungsfaktor wert legt, der wird das hier als konventionell empfinden. (6/10)

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