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Ein bisschen „Reservoir Dogs“, ein wenig „Memento“, ein Stück „Inside Man“ und die Ausgangsposition von „Cube“, - das ist die ansprechende Mischung, die uns Simon Brand mit seinem Regiedebüt vorlegt.

Es gilt, fünf Identitäten zuzuordnen, denn die Männer wachen in einer abgeriegelten Chemielagerhalle inmitten der Wüste auf und können sich weder an ihren Namen, noch an ihr vorheriges Leben erinnern. Doch Anzeichen deuten auf kriminelle Vorgänge hin, einige sind geknebelt und/oder verletzt. Nachdem man in einer Tageszeitung auf einen Artikel stößt und einen toten Wachmann im Schrank findet, wird klar: Drei von ihnen sind Entführer, zwei die Entführten. Doch wer kann wem trauen und wem kommen als erstes die Erinnerungen zurück?

Parallel zum Kammerspiel bindet man zunächst die gescheiterte Geldübergabe und später die Verfolgung der weiteren Entführer durch die Polizei ein. Das gestaltet sich zwar weitaus weniger fesselnd, sorgt aber für willkommene Abwechslung, da sich die Szenen in der Lagerhalle doch als etwas dialoglastig erweisen und ohne Schauplatzwechsel auf Dauer ermüden würden.

Bis auf das allgegenwärtige Misstrauen, den Fund einer Schusswaffe, einer kurzen Klopperei und diversen Befreiungsversuchen bekommt man noch einige Flashbacks aus Sicht der fünf präsentiert. In Form sekundenschneller Inserts mit Farbfiltern deuten sie teilweise auf die wahre Identität hin, wieder andere lenken den Zuschauer bewusst auf eine falsche Fährte.
Obgleich nicht allzu viel Bewegung im Spiel ist, macht das Rätselraten Freude, was im finalen Plot Twist mit doppeltem Boden gipfelt: Je dubioser die Figur, umso tragischer erweist sich der Gedächtnisverlust.

Dabei ist es den soliden bis richtig guten Darstellern zu verdanken, dass die interessante Prämisse größtenteils aufgeht.
Greg Kinnear, Joe Pantoliano und Jeremy Sisto performen mehr als brauchbar, richtig gut ist aber Jim Caviezel, der sich rasch als heimliche Hauptfigur entpuppt, da man bei ihm am stärksten zwischen Täter und Opfer schwankt.
Etwas schwächer agieren demgegenüber Barry Pepper, Bridget Moynahan als Frau eines Entführten und Clayne Crawford als ermittelnder Detektive.

Wem also die etwas dialoglastige Form einer Entwirrung, ähnlich wie vor kurzem „Five Fingers“ liegt, sollte durchaus einen Blick riskieren, denn er wird spätestens mit den letzten Minuten auf angenehme Weise überrascht werden.
Zwar lassen sich einige Zusammenhänge im Verlauf erahnen, aber man sollte nicht davon ausgehen, dass die Figuren, die als erstes „Freude, schöner Götterfunken“ pfeifen, auch gleich die Bösewichte sind, denn so einfach macht man es uns dann doch nicht…
7 von 10

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