Nein, „Twilight Thirst“ hat nichts mit schmalziger Vampir-Romantik zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei um einen Horrorfilm von US-Regisseur Jeremy Kasten aus dem Jahre 2006, der im Original schlicht „The Thirst“ heißt und hierzulande nun unter neuem Namen vermarktet wird, vermutlich um wahlweise Freunde der kommerziellen „Twilight“-Kitschreihe zu schockieren oder sich an deren Kaufkraft zu laben. „The Thirst“ ist im Prinzip eine ins Blutsauger-Subgenre verlagerte Parabel auf Drogenabhängigkeit, die sich fleißig durch das Horrorgenre zitiert, mich dabei am stärksten an „Near Dark“ erinnert und ein dermaßen übertriebenes Splatter- und Gore-Feuerwerk abfackelt, dass es mir schwerfällt, ihn ernstzunehmen. Irgendwie im Schmuddel-Look von streng budgetierten Exploitation-Streifen aus längst vergangenen Zeiten, aber ohne dabei deren Charme zu erreichen, wird der Vampirismus mit seiner zerstörerischen Sucht nach Blut mit der Abhängigkeit von starken Drogen verglichen und ein Vampirpärchen beim Entzug und – Achtung, ich spoilere – letztendlich beim Selbstmord als einzigen Ausweg gezeigt. Zwischendurch gibt’s in erster Linie Blut, Blut und nochmals Blut, überkandidelte Charaktere und bischn was Leckeres fürs Männerauge. So viele nette Ansätze hier auch vorhanden sein mögen, die permanente Blutbaderei dürfte eher für Gelächter als alles andere sorgen und die Pointe, den Freitod als einzige effektive Lösung eines Drogenproblems darzustellen, ist unter aller Sau. Somit ist „The Thirst“ durchaus überdurchschnittliche Schmuddelkost, die aber leider versucht, eigenes kreatives und erzählerisches Unvermögen durch Gallonen an Kunstblut auszugleichen und mit einer äußerst fragwürdigen „Aussage“ versehen wurde.