Review

An sich gibt es kaum mehr Mysterien, die Neuzeit-Vampire umgeben. Sie sind zwar flexibler geworden, nehmen Drinks zu sich, haben kaum Probleme mit Kreuz und Knoblauch, doch Tageslicht wird nach wie vor gemieden.
Jeremy Kasten macht es sich da noch einfacher, denn seine Vampire sehen annähernd so aus wie Menschen und auch die typisch spitzen Eckzähne fehlen, - erstaunlich wie massiv dennoch, oder gerade deshalb, eine Menge Blut vergossen wird.

Ein Paar, bestehend aus zwei gescheiterten Existenzen: Maxx ist Alkoholiker und lässt sich häufig gehen, Lisa ist Tänzerin und leidet unheilbar an Krebs.
Als Lisa stirbt, ist Maxx am Boden zerstört, ein Club-Besuch soll ihm Abwechslung verschaffen, doch an jenem Abend ist er überzeugt, Lisa dort tanzen zu sehen.
Als Maxx von einer Gang in die Falle gelockt wird, stellt er fest, dass Lisa eine von ihnen ist und entscheidet sich kurzerhand, ebenfalls zum Vampir zu mutieren…

Der Rest der unspektakulären Geschichte ist leider schnell erzählt, denn sonderlich ereignisreich oder originell fällt der Verlauf nicht aus.
Es gibt ein paar moralische Bedenken bezüglich menschlicher Opfer, dann will sich das Paar nach einigen Zankereien absetzen und final kämpfen die beiden gegen die übrigen Vampire, welche nicht gerade von ausdrucksstarken Persönlichkeiten zeugen, denn selbst ein Jeremy Sisto bleibt relativ ungelenk in der Rolle des Obervampirs.

So werden einige Clubs aufgewiegelt, wobei eine Menge Blut spritzt und ein paar nette Splattereffekte zur Geltung kommen, dazwischen verfällt man in „familiären Blutrausch“ bei einer Orgie im Bett, ein Krankenhaus wird aufgesucht, eine gute Freundin ebenfalls und am Ende ist zumindest ein wenig Tempo drin, als man im Wettlauf gegen den anstehenden Tagesanbruch Abdeckungen tragen muss und bei der Flucht mit einem Krankenwagen arg ins Rotieren kommt.

Inszenatorisch sticht die Videoclip-Ästhetik nicht sonderlich positiv ins Auge, besonders die zu hastig geschnittenen Szenen mit oftmals zu übersättigtem Farbfilter stoßen bitter auf und auch die schrägen Kamerawinkel wirken oftmals plump und wirr aneinandergereiht, wobei einige groteske, fast schon schrille Szenen zu absolut nichts führen.
Lediglich der Score, eine Mischung aus schnellen Beats und Gothic-Rock, unterstreicht die kühle Atmosphäre, die vor allem während der etwas stilleren Momente erstaunlich gut zur Geltung kommt, während Aspekte wie Moral und Sinn einer Existenz durchleuchtet werden.

Leider führt die Geschichte zu keiner sonderlich dollen Pointe, vielmehr war diese auf lange Zeit absehbar, da lediglich die Entscheidung zwischen Tod und Vampir-Dasein geklärt werden muss.
Am Ende retten einige Dialoge und damit verbundener Humor noch ein wenig, doch letztlich kommt bei alledem nicht viel mehr herum, als ein konstant hohes Tempo, ordentliches Blutvergießen, ganz passable Pyro-Effekte und brauchbare Action zum Finale.
Dennoch nichts, was Freunden von Blutsaugern Lust auf Mehr macht.
4 von 10

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