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Nach dem Super-Cheapo-Flop „Reptilian“ erwartet man ja jetzt nicht wirklich eine überdimensionale Weiterentwicklung in Sachen Monsterfilm von Regisseur Shim Hyung-rae, aber „D-War“, eine relativ groß-budgetierte Koreaproduktion mit internationalen (sprich: amerikanischen) Darstellern, die gerade mal wieder einen Scheck brauchten, ist tatsächlich ein Schritt nach vorn.

Die Angaben bezüglich der verbratenen Kohle belaufen sich auf eine Spanne zwischen 30 und 60 Millionen US-Dollar und glücklicherweise hat man einen Haufen davon dem Effekt-Department spendiert, auf das die ihre Monsteranimationen endlich mal solide hinkriegen.

Was man immer noch nicht hat, sind Drehbuchautoren, die halbwegs geradeaus laufen kann, denn trotz erhöhtem Dino-Aufkommen wirkt die Story wie ein gigantischer Flickenteppich aus desinteressiert sich kreuzenden Handlungssträngen.

Immerhin fällt das Ergebnis etwas amüsanter aus, als man es gewohnt ist, zumindest kommt es üppig rüber.
Praktisch schon oberste Trashklasse ist es, wenn ein schwer zu beschäftigender Mime wie Robert Forster als Prophezeiungsverwalter ein paar alte Mythen rauskramt, nach denen alle 500 Jahre im Himmel mal wieder Drachenwahl ist und sich die Auserwählte für den guten Kandidaten zahlreichen Angriffen des bösen Viehs erwehren muß.

Eine erzählerisch überflüssige, aber optisch sehr aufwändige Rückblende ins Jahr 1507 zeigt uns dann auch, was vor einem halben Jahrtausend falsch gelaufen ist, als unserem wackeren Pärchen (gute Drachen-Auserwählte samt kampferprobtem Wächter) das Herzeleid im Weg stand. Alles in allem wurde die Partie damals ausgesetzt, nun geht es in L.A. um die Wurst, aber obwohl man das schnell begreift, fährt hier erstmal eine gewaltige Dinoarmee auf und dann gibt’s Kloppe, bis der Arzt kommt.

Neben Jason „Roswell“ Behr hoppelt die herzlich untalentierte Amanda Brooks dann auch heutigen Tages durch die City, in der die fiese Riesenschlange zwischendurch schon mal Zoo ausgewachsene Elefanten versnackt und das mehr als tolerabel animiert wird. Wie überhaupt sich der geneigte Monsterfan fast ausschließlich auf die Effektszenen stürzen sollte, Nebenhandlungen wie mit Chris Mulkey als FBI-Beamter leider eh unter Zusammenhangsmangel und Anschlußfehlern.

Schauwerte gibt’s aber dann (dank Vorspultaste) doch so einige, am eindruckvollsten natürlich der Monsteraufmarsch in der City samt Heli-Schlacht, die locker Emmerichs „Godzilla“ in den Schatten stellt, sowie eine hervorragende Sequenz, in der sich die Riesenschlange um ein Hochhaus wickelt, um unsere Helden ganz oben wegzuhappern, was einwandfrei und sogar relativ spannend rüberkommt.

Daß das mythische Blabla letztendlich nur auf eines hinführt, nämlich einen Zweikampf zwischen Riesenschlangen rund um den Einzug in den Himmel und diesmal unser Hero auf seine Holde zwecks universellen Heils verzichtet, ist ja wohl allseits zu erwarten, nur ist der Big Fight dann am Ende am Meeresstrand doch nicht halb so aufregend wie der ultimative Crash bei der L.A.Einäscherung – zum Schluß ahnt man eben schon, worauf es hinaus laufen muß und hofft, daß die süßliche Anime-Story (so wirkts zumindest) jetzt bald mal ein Ende findet.

Genießer wenden sich also bitte den recht beeindruckenden Effekten zu, wer auf Story steht, sollte aber dann doch eher auf den wesentlich gehaltvolleren „The Host“ ausweichen, der zwar nicht perfekt war, aber mit seiner Story immer wieder zu überraschen wußte. Und daß man so einen Käse natürlich nicht todernst von der Platte putzt, sondern schön cheesy und mit Augenzwinkern, hat man hier auch niemandem gesagt.
Angesichts des Gekloppes und der Action vergebe ich mal milde 4/10.

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