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"Die Zukunft der Welt lastet auf deinen Schultern."

"NEIN!!!" werden nun einige schreien, nicht schon wieder ein episches Heldenepos mit glanzvollem Recken einer zauberhaften Prinzessin und einem stets schwarz gekleidetem Bösewicht. Nun, die Prinzessin und den Recken werfen wir über Bord, ebenso den Ring sie alle zu knechten... aber der düstere Geselle bleibt im Pott... was nicht das schlimmste ist.

Laut einer Legende sind die Imoogi göttliche Himmelsschlangen, die sich durch eine spezielle Essenz, die alle 500 Jahre durch einen Menschen mit einem Mal geboren wird, zu Drachen wandeln und die Erde schützen. Vor 500 Jahren widersetzte sich ein Krieger und seine vom Schicksal auserwählte Angebetete sich dieser Schlange zu opfern und wählte den Freitod. Aber nicht nur die gute Seite war hinter dieser Essenz her, auch die böse Schlange Buraki wollte sie sich einverleiben, zog mit ihrer Atrox Armee aus und hinterließ eine Spur der Verwüstung.
Im heutigen Los Angeles werden der Krieger und das essenztragende Mädchen wiedergeboren um ihren Fehler wieder gut zu machen. Und auch die Atrox Armee sowie Buraki sind erneut auf der Suche.

Das koreanisch / amerikanische Action-Märchen Crossover, welches sich lose an der Anime Serie "X" orientiert, hebt sich durch seine Effekte ab. Auch wenn die Kulisse anfangs recht künstlich aufgezogen wirkt und ein paar Tiere und Kreaturen nicht sonderlich realistisch animiert sind, bleibt die im letzten Drittel angefechtete Massenschlacht mit Helikoptern, Panzern und Soldaten gegen Dinos und Drachen in Los Angeles Straßen auf einem Level mit Roland Emmerich Produktionen wie "Godzilla" oder "ID4". Genau genommen war das aber auch schon das sehenswerte des Films.

"D-War" ist klassischer B-Movie Trash, wo man nur hinschaut. Plumpe, klischeehafte Charaktere führen nicht nachvollziehbare Handlungen durch, schlecht platzierte Schauspieler geben sich belanglose Wortgefechte und Logik ist nicht wirklich vorhanden. Immer wieder laufen die Akteure von Ort zu Ort ohne dass man als Zuschauer weiss, was dies denn nun eigentlich soll. Glücklicherweise sind dann auch noch alle Gerätschaften vorhanden um sich aus auswegloser Situationen zu retten... und zum nächsten Ort zu flüchten.
Das atmosphärische und sehr lang gezogene Intro kommt, trotz der dargestellten Härte, leider sehr kinderfreundlich und unblutig daher, was die Kämpfe ungewollt unrealistisch wirken lässt.
Die auf Hochglanz polierte Schnulze war schon in den ersten Minuten ersichtlich, der Platz für den ersten Kuss (am Strand bei Sonnenuntergang) mehr als kitschig dargestellt.
Die Schauspieler wirken in ihren Rollen gelangweilt und sehr unprofessionell, was wohl auch mit der allzu platten Charakteristik der Figuren zu tun hat.
Zudem verpufft der gering eingestreute Witz noch bevor er seine Wirkung verteilen kann.

Schade eigentlich! Die Story gibt einiges her, aber dafür hätte man von Grund auf auch mehr tun müssen. Es fehlen gut besetzte Figuren, Sympathieträger, mit denen man sich 90 Minuten auseinander setzen mag, eine solide Erzählstruktur, plausible, nachvollziehbare Aktionen... und was hätte man mit einem passenden Soundtrack und größerem Handlungsspielraum an epischer Breite gewinnen können. Einzig die bombastisch inszenierte Action zu Beginn und im letzten Drittel verhindern einen Totalausfall.

2 / 10

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