Review
von Leimbacher-Mario
Paralysierende Pussypower
In dieser etwas fusslahmen, aber doch meist recht stylischen Tour durch San Francisco, vom Tierterrorgenre bis zu klassischer Erbschleicher-Suspense, folgen wir einem begehrten und selbstbewussten jungen Mann vom Bett seiner vielen Gespielinnen bis zu einem ausgeklügeltem Plot zwischen riesigem Erbe, Beatmungsgeräten und Katzentraumata…
Eher Poe als Paws
Selbst die besten hitchcockigen Thriller wie „Charade“ oder „Wait Until Dark“ kommen dann doch nie ganz an den Meister heran. Zumindest nicht an dessen Sternstunde wie „Psycho“ oder „Rear Window“. Das Original bleibt das Maß aller Dinge. „Eye of the Cat“ versucht es dennoch mit minderen Mitteln und verbindet ein wenig zwei seiner besten Filme, „Vertigo“ und „The Birds“, Traumas und Katzen, zu einem sexy Vexierspiel im Dunstkreis von Ganja und Opium. Die Gesichter sind unverbraucht und wurden allesamt nie zu Hollywoodgrössen, was dem Film aus heutiger Sicht zu Gute kommt. Eleanor Parker ist zwar viel zu jung für ihre tragische Rolle, aber selbst das nimmt man hin. Hier ist sehr viel eine Spur zu hübsch, zu glatt, zu artifiziell. Doch das Gesamtbild stimmt dennoch. Ein Creature Feature sollte man definitiv nicht erwarten, viel mehr spielen die Katzen hier ihre psychologische und quantitative Rolle. Aus der Sicht eines Katzenpapas und -fans machen sie auch nichtmal ansatzweise genug Angst, egal wieviel Blut man an ihre Mäulchen schmiert. Und nicht alle Wendungen wirken realistisch oder bis zum Ende durchdacht. Ein paar Minuten sind zudem zu viel auf der Uhr und ein ungeplantes Schmunzeln konnte ich mir bei manch einer überzogenen Reaktion auf die süßen Schnurrer nicht verkneifen. Und trotz all dieser Hubbel in den bergigen Straßen von San Fran - meinen teuflischen Spaß hatte ich mit diesem menschlichen Schachspiel aus Eitelkeiten und Fellknäueln dennoch!
Fazit: zwischen Hitchcock und Haarball - „Eye of the Cat“ ist ein klassischer Chiller, der wenig mit dem Tierhorrorgenre, viel mehr mit Thrillern unter Vorreitern und Großmeistern zu tun hat. Stilsicherer B-Film - mit einigen Längen. Trotz Erotik und Muschis.