Review

Wenn man sich die Anfänge des Exploitation-Films ansieht gerät man unweigerlich an so genannte “Drugsploitation”, frühe Aufklärungsfilme, die die Bevölkerung mit propagandistischen Mitteln vom Drogenkonsum abhielten. Der berühmteste Vertreter ist sicherlich „Reefer Madness“, der vor kurzer Zeit eine Hommage erhalten hat mit dem Musical „Kifferwahn“.

„The Pace That Kills“ wurde schon einige Jahre vor „Reefer Madness“ gedreht und ist meines Wissens nach der erste richtige Drugsploitation-Film. Die Droge Kokain ist allgegenwärtig im Film und die lachaften Informationen die hier übermittelt werden sind entweder fehlerhaft oder schlichtweg erdacht.

Der wesentlich passendere Filmtitel ist daher „Cocaine Friends“, welcher genauso plakativ daher kommt wie der komplette Film. Die Dialoge sind total prätentiös und schlecht geschrieben, die Schauspieler sind entweder untalentiert oder unmotiviert und die technische Umsetzung ist sehr dürftig. Darstellerisch kann der Film allerdings trotz aller Unzulänglichkeit noch mehr überzeugen als seine Genre-Verwandten.

Es handelt sich um einen billig heruntergekurbelten Kommerzfilm, der sicher seinen Zweck erfüllt hat: Geld in die Kassen der Produzenten zu spülen. Die pseudo-moralische Grundhaltung ist selbst aus heutiger Sicht sehr bedenklich, wenn man bedenkt mit welcher Intensität Einfluss auf die Meinung der Bevölkerung genommen wird.

Natürlich will ich nicht den hohen Kokain-Konsum dieser Zeit rechtfertigen, doch „Cocaine Friends“ ist genau die Art von Propagandafilm der mir nicht gefällt. Selbstzweckhaft, ohne Kunstanspruch und letztlich auch ohne richtige Aussage. Das man lieber die Finger von harten Drogen lassen sollte muss einem mündigen Bürger nicht durch einen verlogenen Film nahe gebracht werden und für Kinder ist der Film sowieso ungeeignet.

Wo „Reefer Madness“ immerhin mit unfreiwilligem Humor unterhalten kann, selbst da versagt „Cocaine Friends“: Unerträglich langweilig schleppt sich der Film schwerfällig über die komplette Laufzeit von gerade mal knapp 61 Minuten. Filmhistorisch bleibt das Machwerk aber interessant, der Einfluss auf spätere Werke ist unverkennbar, so zum Beispiel bei „Alice in Acidland“, einem späten Drugsploitation-Film.

Fazit: Ein Film den die Welt nicht braucht und trotzdem ein charmantes Relikt längst vergangener Zeiten. Nur für Interessierte und eingefleischte Fans empfehlenswert.

01 / 10

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