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Der Computer-Experte Matt Winslow zieht in der Aussicht auf einen lukrativen Job bei der Firma "Micro-DigiTech" mit seiner Familie ins Silicon Valley, wo er auf Anraten seines Freundes Tom Peterson an der Entwicklung eines High-Tech-Raumanzuges arbeiten soll. Schnell merkt Matt, wie der Hase in dem Unternehmen läuft, denn um wirklich die Karriereleiter hochzuklettern, müssten er und seine Sippe dem prestigeträchtigen Steaming Springs Country Club beitreten, der von der mysteriösen Jessica Jones geleitet wird. Allerdings scheinen sämtliche Mitglieder wie ausgewechselt zu sein, nachdem sie während des Initiations-Ritus durch ein Tor geschritten sind, hinter dem angeblich die unterirdischen heißen Quellen der Anlage liegen sollen. Matt ist die Sache demnach suspekt, seine Frau Patricia sehnt sich allerdings nach gesellschaftlicher Anerkennung und tritt zusammen mit ihren Kindern Chrissy und Robbie dem Club bei. Matt schnappt sich darauf hin den experimentellen Prototyp des enorm hitzebeständigen Raumanzugs und geht selbst auf Erkundungstour. Dabei findet er heraus, dass der Steaming Springs Country Club direkt über einem Eingang zur Hölle liegt, und Miss Jones eine Abgesandte des Teufels ist, die den Mitarbeitern von "Micro-DigiTech" für Erfolg und Reichtum glatt ihre Seelen abluchst... Im selben Jahr, in dem er der Welt mit Freddy Krueger eine der furchterregendsten und populärsten Schreckgestalten beschert hat, hat Wes Craven tatächlich auch dieses vorliegende, extrem müde und belanglose TV-Horrorfilmchen auf das Publikum losgelassen... go figure! Vergleicht man "Exit - Ausgang ins Nichts" direkt mit "Nightmare - Mörderische Träume", so kann er gegen diesen nur den Kürzeren ziehen, so harmlos, uninteressant und langweilig kommt das alles daher. Craven beweist damit wieder einmal, dass er mit den Produktions-Bedingungen beim Fernsehen einfach nicht so wirklich zurande kommt, denn auch seine anderen TV-Streifen "Gypsy Night Kill" und "Chiller - Kalt wie Eis" sind der reinste Müll und "Night Visions" von 1990 ist gerade mal lauer Durchschnitt. So kann man ihm auch nur attestieren, hier die gute alte "Körperfresser"-Thematik mit ein paar halbgaren Okkulthorror-Motiven versetzt zu haben, in der Hoffnung, dass diese (zugegeben ungewöhnliche) Kombination von Versatzstücken doch bitte die Geschichte über sämtliche Durchhänger und ein paar handwerkliche Unzulänglichkeiten hinwegrettet. Tja, das Vorhaben ist gescheitert, denn dabei herausgekommen ist mal eher ein offenkundig lächerlicher und unfreiwillig komischer Stuss, der seine getätigten Aussagen über die Seelenlosigkeit der aufstrebenden Yuppie-Kultur, gegen die nur eine Rückbesinnung auf alteingesessene Family-Values etwas ausrichten kann, tatsächlich todernst meint. Die Quintessenz zum Schluss ist demnach zutiefst bieder und piefig, zumal die Emotionalität eines "Poltergeist" mit seiner glaubwürdiger gezeichneten Familie einem "Exit - Ausgang ins Nichts" ja auch komplett abgeht. Da rettet dann auch ein so routinierter Flimmerkisten-Akteur wie Robert Urich mit seinem easygoing Charme nichts mehr, denn der ist auch nur so gut wie das Material, mit dem er arbeiten muss. Nett ist dann aber noch, dass man Kevin McCarthy als kleine Anspielung auf Don Siegels "Die Dämonischen" in eine Nebenrolle gesteckt hat, womit Craven immerhin noch beiläufig darauf hinweisen konnte, dass er sich doch ganz gut im Genre auskennt. Weitere, etwaige Überraschungen hält "Exit - Ausgang ins Nichts" auch nicht mehr parat, denn der Blick auf den Originaltitel spoilert da die Pointe bereits im Vorfeld. Statt auf ein angemessen höllisches Finale darf man sich dann auch eher auf einen trashigen Showdown gefasst machen, bei dem dann noch mal ausgiebig der besagte Raumanzug zum Einsatz kommt, denn kein Film featured so ein bescheuertes Gadget, wenn da nicht zum Schluss noch mal der gesamte Plot dranhängen würde. Gut, dass Urich nicht an irgendeinem neuen Betriebssystem oder so gewerkelt hat, denn damit könnte man dem Deiwel vermutlich nicht so problemlos die Leviten lesen. Das Finale sucht dann mit alle seinem Brimborium zumindest noch den Anschluss an die damals so angesagten F/X-Spektakel der frühen 80er, geht allerdings in der Masse mieser optischer Effekte regelrecht unter und sorgt dafür, dass "Exit - Ausgang ins Nichts" als in jeder Beziehung weichgespülter Fernsehfilm halt leider wirklich an keinen Genre-Standard anknüpfen kann...

4/10

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