Die Zeichen stehen nicht günstig, wenn ein amerikanischer Slasher aus dem Jahre 2005 erst sechs Jahre später in Deutschland veröffentlicht wird. Und tatsächlich entpuppt sich das Debüt eines gewissen Allen Wilbanks als typische Amateurproduktion mit eklatanten Schwächen in allen Bereichen.
Einzig auffälig ist das antike, aber gleichermaßen hässliche Wohnmobil, mit dem die sieben Freunde um Sabrina einen Trip in den Wald angehen. Bis ein psychopathischer Killer mit Nachtsichtgerät die Jagd eröffnet…
Freunde des Genres freuen sich zwar über annähernd jeden Wald-und-Wiesen-Slasher, doch bestimmte Zutaten wie ein, zwei Sympathieträger und originelle Ableben sollten schon enthalten sein, was beides nicht der Fall ist.
Denn Hauptfigur Sabrina trauert aus eher unerfindlichen Gründen ihrem Ex hinterher, während die Gruppe den obligatorischen Querschläger ebenso einbindet wie den naiven Nerd, als auch die üblichen Knutschpärchen.
Gleiches gilt natürlich für die Zwischenstation an der Tankstelle, wo der Redneck von den frischen Morden am Campingplatz berichtet.
So vermisst man rund eine Stunde lang Spannung, Spaß und Tempo und wundert sich, warum immer wieder Flashbacks in Schwarzweiß eingestreut werden, welche die verflossene Beziehung zwischen Sabrina und ihrem Ex thematisieren.
Als es dann mit den Ableben losgeht, macht sich rasch Ernüchterung breit, denn bis auf Stichwunden, einen offenen Bauch und einer Machete in der Brust werden weder deftige Gewaltakte, noch explizite Blutszenen präsentiert.
Der Killer strahlt kaum etwas Bedrohliches aus und auch das Ratespiel um dessen Identität fällt annähernd flach, da der Täterkreis recht überschaubar ist.
Auch wenn es ziemlich zum Ende noch einen kleinen Twist gibt, so entschädigt der nicht ansatzweise für die vielen redundanten Szenen mit langem Geknutsche und den Gesprächen über Trennungsschmerz.
Die vagen Versuche von Humor gehen fast durchweg in die Hose, was größtenteils wörtlich zu nehmen ist und auch die Gags der Jungs entpuppen sich als pubertär und albern.
Allenfalls die Schläge mit einer Bratpfanne und der lapidare Kommentar eines Rangers in einer bestimmten Situation lassen die Mundwinkel leicht nach oben bewegen.
Darstellerisch finden sich durch die Bank talentfreie Mimen, die ebenso talentfrei synchronisiert wurden. Das Flickwerk vom Editing macht das nicht besser, indem fast willkürlich Gesichter während einer Konversation eingeblendet werden, deren Reaktion in dem Moment völlig unpassend erscheint, - ganz offensichtlich wurde beim Dreh ohne Konzept gearbeitet und am Ende hat man den Brei notdürftig aneinander gereiht.
Am Ende ist das, was den jungen Leuten am Black Creek passiert, nichts für Freunde des funktionierenden Slashers. Es wird zuviel gepost und gelabert, geknutscht und Verständnis gezeigt und als es endlich losgehen könnte, bleiben innovative Morde außen vor.
Schlecht gespielt und handwerklich dilettantisch ausgearbeitet ist das Werk obendrein und demnach allenfalls Hardcore-Fans zu empfehlen.
Und da wundert es letztlich sogar, dass man für diesen Streifen überhaupt einen Vertrieb gefunden hat…
Knapp
3 von 10