Review

Story (Spoiler!):
Colonel Owen Thursday (Henry Fonda) hat ein neues Kommando bekommen, über das er gar nicht glücklich ist. Zusammen mit seiner Tochter Philadelphia (Shirley Temple) reist er zu dem abgelegenen Fort Apache. Auf dem Weg dorthin trifft er auf den jungen Lieutenant O'Rourke (John Agar, der damals mit Shirley Temple verheiratet war). Allerdings muss er feststellen, dass dieser im Gegensatz zu ihm nicht nur im Fort erwartet wird, sondern auch einen wesentlich herzlicheren Empfang bekommt, da sein Vater Sergeant-Major im Fort ist.
Thursday nimmt im Fort gleich die Zügel in die Hand, bemängelt die allgemeinen Zustände, Moral und Disziplin. Die beiden erfahrenen und altgedienten Offiziere Captain York (John Wayne) und Captain Collingwood (George O'Brien) müssen sich ihrem neuen Vorgesetzten fügen, auch wenn sie mit vielem nicht einverstanden sind, was er tut. Lieutenant O'Rourke und die Tochter von Colonel Thursday kommen sich in der Zwischenzeit näher, als sie jedoch bei einem gemeinsamen Ausritt einen von Indianern überfallenen Transport entdecken, ist es mit der Ruhe vorbei. Thursday verbietet O'Rourke den Umgang mit seiner Tochter, da er sie in Gefahr gebracht hat. York hat sich in der Zwischenzeit aufgemacht, um mit Cochise zu sprechen, der mit seinen Leuten, die für die Überfälle verantwortlich sind, in Mexico weilt, nachdem sie aus ihrem Reservat entflohen waren. York kann Cochise überzeugen sich mit Colonel Thursday zu einer Verhandlung zu treffen, allerdings sollen der Colonel und York ohne Soldatenunterstützung kommen. Thursday ist allerdings überhaupt nicht daran interessiert eine ehrliche Unterhaltung mit Cochise zu führen. Er will ihn mit Gewalt wieder ins Reservat zurückbringen, damit sein Sieg und der damit verbundene Ruhm ihn auf einen besseren Posten bringen.
Und so kommt es, dass die Verhandlung nicht gut verläuft: Cochise beklagt sich bei Thursday über die schlechte Behandlung, die die Indianer erfahren, und versucht ihm zu erklären, warum er mit seinen Leuten das Reservat verlassen hat. Thursday sieht dies jedoch als Beleidigung der US-Regierung und bricht die Verhandlung ab.
Als er den Angriff befiehlt, widersetzt Captain York sich ihm, da er eine Falle der Apachen vermutet, woraufhin Thursday ihn seines Kommandos enthebt und ihn mit den Versorgungstruppen zurücklässt. Die Soldaten greifen an und werden bis auf den letzten Mann von den Apachen getötet. York allerdings kann zusammen mit O'Rourke und der Nachhut entkommen, da die Apachen ihren Angriff nicht fortsetzen.

Kritik:
Der erste Teil der "Kavallerie-Trilogie" von John Ford war in Deutschland lange Zeit nur um über 20 Minuten gekürzt zu sehen. Entfallen sind vor allem Szenen, die am Anfang im Fort spielen und die Liebesgeschichte von O'Rourke und Philadelphia näher beleuchten. Aber auch ein Haufen anderer kleinere Szenen (z.B. eine Rekrutenausbildung) sind im Original länger bzw. überhaupt vorhanden. Auch wenn diese Szenen für die eigentliche Handlung im Grunde belanglos sind (und letzlich auch kaum neues bieten), so gewinnt der Film durch sie doch wesentlich mehr Charaktertiefe und Atmosphäre. Beides kommt zwar auch in der deutschen Version nicht zu kurz, aber die US-Version ist in jedem Fall der deutschen vorzuziehen.
Ein Grund für den massiven Eingriff, den die deutsche Version erfahren hat, ist vielleicht, dass John Waynes Rolle noch geringer ausgefallen wäre. Denn er ist hier nur einer von vielen Hauptdarstellern. Henry Fonda, John Agar und Shirley Temple haben alle nicht unbedingt weniger Spielzeit als Wayne, der allerdings ganz klar die Hauptidentifikationsfigur des Films ist.

Alle Schauspieler (auch und vor allem in den Nebenrollen) leisten im Übrigen hervorragende Arbeit. Die Story ist glaubwürdig, ohne Logiklöcher, spannend und unterhaltsam. Der Anfang des Films wird von den Charakteren und einem äußerst sympathischen Humor getragen, die zweite Hälfte des Films bietet dafür dann Spannung und Action. Unter "Action" darf man zwar kein modernes Effektfeuerwerk erwarten, aber Tempo, eine rasante und spannende Inszenierung und Kämpfe sind keine Erfindung der heutigen Zeit. Vor allem die Stunts wissen zu überzeugen!

Die Bilder, die Ford uns präsentiert, untermalt von hervorragender Musik, sind einfach toll. Zwar noch nicht so gut wie in "Der Teufelshauptmann", aber Ford hat hier bereits fleißig für seine späteren Filme geübt.

Erfreulich an diesem Film ist zudem, dass die Indianer - die zwar klischeehaft dargestellt werden - nicht als die Bösen herhalten müssen. Der Grund für die Eskalation und den Krieg liegt ganz allein bei den Weißen. Denn auch wenn Fords Filme manchmal ein wenig anders wirken, so hat er sich immer gegen die stereotype Rolle der Indianer als "die Bösen" gewehrt. Überdeckt wird dies meist allerdings durch seine heroisierende Darstellung der Kavallerie. Was in diesem Film auffällt ist die zynische Abschlussszene, in der York (mittlerweile Colonel) von einigen Reportern über den gefallenen Thursday befragt wird. Schnell fällt dem Zuschauer auf, dass das Bild das die Reporter von Thursday haben komplett falsch ist, und York korrigiert dieses Bild nur aus Respekt vor den Gefallenen nicht, obwohl er ganz genau weiß, das es kein ruhmreicher, heldenhafter Kampf war, den Thursday gefochten hatte.

Fazit:
John Ford, John Wayne, Henry Fond und ein Haufen anderer ebenfalls guter Schauspieler; eine gute Story, sympathische Charaktere, eine tolle Inszenierung, eine Prise Humor und die Indianer sind mal nicht das personifizierte Böse. Ein perfekter Film also? Leider muss ich das verneinen. Vor allem die Glorifizierung der Soldaten und ihrer fragwürdigen Taten sind im Grunde das einzige, was es wirklich zu bemängeln gibt. Der für heutige Verhältnisse etwas unglaubwürdigen Liebesgeschichte wird auch zuviel Platz eingeräumt (allerdings nur in der US-Fassung).
Außerdem muss der Film sich den Vergleich mit "Rio Grande" und mit "Der Teufelshauptmann" gefallen lassen und vor allem im Vergleich zu letzterem besitzt er doch wesentlich weniger Tiefgang.
Was bleibt ist in jedem Fall aber ein guter Film (7,5/10)!

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