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"Die Füchsin" ist bildgewordene Subversion, eine beinharte Ballade, ein sich in Sepiatönen aufbäumendes Spektakulum, die melancholisch nostalgische Bestandsaufnahme einer mikrokosmischen Parallelgesellschaft und laut lärmende Gangsterburleske.

Mit seinem zweiten Kurzfilm präsentiert Regisseur Knickel ein weiteres Kleinod des Genres. Er erzählt die Geschichte eines genuin verstrickten Komplottes und dokumentiert leidenschaftlich die skandalöse Inszenierung einer doppelbödigen Tragödie um die großen Motive der Menschheit. Der Film schillert vor Reminiszenzen an die delinquenten Milieus der 30er Jahre, ist Hommage an die mediale Verarbeitung hiermit kontextual verschmelzender gesellschaftlicher Traumata und Sehnsüchte und integriert spielerisch die romantischen und pragmatischen Konnotationen der Betrachter.
Möglich wird dies durch die detailverliebte Requisite und Ausstattung, die meisterhafte Kamera-, Licht- und Tonarbeit, die stilsichere, authentische und geistreiche Ausgestaltung des Filmes und die akribische Feinsinnigkeit des Regisseurs.

Der Rezipient ist indessen heimlicher Beobachter, kontinuierlich dechiffrierender Kriminalist, kunstvoll gelenktes Objekt und eigenständig konstruierendes Subjekt; letztendlich aber immer bestens unterhaltener Zuschauer.
"Die Füchsin" ist ein bemerkenswertes, präzise verknüpftes und fabelhaft in Szene gesetztes Werk. Es ist ein superlativischer Meilenstein des Kurzfilmes für Intellektuelle und andere Störenfriede.

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