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Will Ferrell ist in den USA der Megastar des anspruchslosen Slapstick, Dwayne Johnson der (hoffentlich) immer noch im Aufstieg befindliche Stern am Firmament des Actiongenres - auch wenn er sich durchaus die ein oder andere Entgleisung gönnt -, und Samuel L. Jackson spielt irgendwie sowieso immer ein Heimspiel. Der überaus sympathische Mark Wahlberg rundet mit seinem hervorragenden Mimenspiel, das alle Facetten von lässig bis endzeitmäßig entsetzt mühelos abdeckt, souverän einen Cast ab, der dem etwas erfahrenen und lebensfrohen Kinogänger das Wasser im Munde zusammenlaufen lässt. Und wenn diese Herren dann noch unterstützt werden vom ehemaligen Batman Michael Keaton, vom manisch überlegenen Ray Stevenson - den man an dieser Stelle auffordern möchte, sich öfter vor der Kamera blicken zu lassen - und der wunderschönen Eva Mendes, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Egal welches Genre nun gerade bedient wird! Und genau so ist es auch gekommen beim neuesten Komödien-Schlager "Die etwas anderen Cops" ("The other Guys").

Die beiden Polizisten Gamble (Will Ferrell) und Hoitz (Mark Wahlberg) versuchen, der eine mehr, der andere weniger freiwillig, in die Fußstapfen der beiden viel umjubelten, aber eben frisch verschiedenen Polizeistars Highsmith (Samuel L. Jackson) und Danson (Dwayne Johnson) zu treten. Dass sie dazu nicht einmal ansatzweise das nötige berufliche Rüstzeug - und obendrein auch nicht genügend Verstand - mitbringen, erweist sich in der Folge als extrem hinderlich, aber zu unserem Glück natürlich als ebenso komisch. Ihre Versuche, erfolgreich in einem Fall verbrecherischer Spekulation zu ermitteln, stürzen die beiden in ein "oldschooliges" mittelgroßes Chaos. Da bleibt ganz sicher kein Auto unbeschädigt und kein Auge trocken.

Zunächst sollte ganz deutlich und ohne falsche Vorfreude zu wecken gesagt werden: "The other Guys" ist platt, vorhersehbar und anspruchslos. Die avantgardistische Einzigartigkeit eines "Kick-Ass", der übrigens den etwas anderen Cops jede Chance nimmt, Komödie des Jahres zu werden, fehlt hier völlig. Aber Adam McKays neuester Streich ist - und das ist vielleicht noch viel wichtiger - unglaublich viel Spaß, stilvolle Party und ungetrübte Lebensfreude. Wenn Ferrell mitmischt, geht es sowieso, der erfahrene Kinogänger weiß das, mit Schmackes unter die Gürtellinie. Aber dass sich Wahlberg als extrem vielseitiger Mime in solch einem Szenario so offensichtlich pudelwohl fühlt, verblüfft womöglich doch den ein oder anderen. Hier sei beispielhaft die Szene genannt, in der er Ferrells Filmehefrau, Eva Mendes, kennenlernt und angesichts dieser vollendeten Schönheit völlig aus der Bahn geworfen zu begreifen versucht, wie sein Partner, bestenfalls ja ein optischer Durchschnittstyp, sich eine solche Aphrodite zu angeln vermag. Hier könnte fast Filmgeschichte geschrieben worden sein. Eva Mendes - die hier wieder einmal so hinreissend aussieht, dass man als heterosexuell justierter Mann Gott danken möchte, ein Mann zu sein - passt als Ehefrau optisch so wenig zu Ferrell, dass das nun folgende Gagfeuerwerk ansich schon ein Selbstläufer ist. Wenn dann noch die Gags sitzen und der formidable Wahlberg seinen - hier höchst motivierten - Beitrag liefert, dann wird der Film zur Medizin, die locker Schwerstdepressive heilen könnte.

Dass "die etwas anderen Cops" hie und da einige Längen aufzuweisen haben, stört im Gesamtergebnis nicht weiter. Der Film hält, was der Trailer verspricht, auch wenn die ersten Minuten eher Schlimmes befürchten lassen. Man wird zu Beginn, etwas unvorbereitet, in eine wilde Achterbahnfahrt dämlichster Oneliner und etwas zu markiger Sprüche gesetzt. Dass diese sinnfreien Dialoge allerdings Konzept haben und vollkommen stimmig mit dem urwitzigen Charakter des Films sind, erkennt man erst nach einiger Zeit. "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" und dessen Tradition lassen sich von der Art des Humors her, wenn auch mit Abstrichen, irgendwie wesentlich eher als Referenz nennen als eine eher bodenständige und geschliffenere Komödie wie der Konkurrent "Kick-Ass". Das macht aber überhaupt nichts, sofern man denn keine intellektuellen Ansprüche stellt und sich in bester Männerrundenmanier gehörig unterhalten lassen möchte. Wer hingegen allein schwermütige Schmunzelkost mit Drang zum Triefauge sucht, der mag auch die nächsten zehn Jahre bei den "Royal Tenenbaums" wohnen bleiben. Die Frohnaturen unter uns genießen unterdessen diesen unglaublichen Spaß und freuen sich, dass die Reihe hervorragender Komödien aus dem Amiland ununterbrochen fortgeführt wird.

"Die etwas anderen Cops" ist Spaß von Spaßvögeln für Spaßvögel. Hier wird pfannkuchenplatt rumgeblödelt, um auf das Leben anzustoßen. Dass man allen Beteiligten die Freude beim Dreh anmerkt, ist nur ein weiterer Beleg dafür, dass Adam McKays Unfug ansteckend ist. Und das ist gut so, denn das Leben ist einfach zu kurz, um es pausenlos ernst zu nehmen.

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