Review

"Wie langweilig, schon wieder einer, der 10 Punkte gibt" werden vielleicht manche denken, angesichts meiner nachfolgenden Kritik. Aber Leute, was anderes hat der Film auch nicht verdient!

"Nosferatu" ist und bleibt der wichtigste Horrorfilm aller Zeiten. Mag es nun an der eindringlichen Atmosphäre, den relativ schlichten doch gelungenen Kulissen oder dem einfach nur genialen wie furchteinflössenden Hauptdarsteller Max Schreck liegen. Ein Glück, dass uns dieser Film erhalten geblieben ist, denn Regisseur Murnau drehte den Film trotz des ausdrücklichen Verbots der Witwe Stoker, immerhin ist doch zu erkennen, dass dieser Film eindeutig auf Bram Stokers "Dracula" basiert. Dass eben erwähnte Witwe es denoch im Prozess geschaft hat, den Film verbieten zu lassen, ist kein herber Schicksalsschlag, angesichts der Tatsache, dass es Kopien schon beinahe weltweit verbreitet gab. Und so kann man sich den Film heute (beinahe) überall kaufen, jetzt auch endlich mit Original-Musik und restauriert in einem schicken Steelbook.

Thomas Hutter verschlägt es nach Transsylvanien, denn er muss seinem Beruf als Sekretär eines Maklers folge tun. Besagter Makler (Später unschwer zu erkennen als Insektenfressender Irrer Renfield) bekam nämlich ein Schreiben von Graf Orlock, der sich an einem "schönen, aber öden" Haus interessiert fühlt. Hutter soll Orlock nun den Vertrag aushändigen. Doch schon auf dem Weg zum Schloss des Grafen geschehen merkwürdige Dinge. Die Besucher und Einwohner einer kleinen Unterkunft warnen Hutter ausdrücklich davor, des Nachts zum Schloss zu gehen, wegen des Werwolfs. Dieser entpuppt sich im Film als normaler Wolf. Am nächsten Tage geht die Reise weiter, doch kurz vor dem Pass halten die Kutscher an und schmeißen Hutter sprichwörtlich raus, weil es jenseits des Passes nicht mehr geheuer sei. Hutter, der all diese Spuckgeschichten rund um Vampire und Geister als lächerlich empfindet, begibt sich frohen Mutes auf dem Weg zum Schloss. Nach einer abenteuerlichen Fahrt mit einer, ich möchte sagen "Geisterkutsche", ist Hutter nun endlich im Schloss eingetroffen, wo er auch gleich den Grafen Orlock antrifft, ein furchteinflössender Mann mit einem Buckel, tiefen Augenringen und langen Krallen. Hutter merkt zwar all diese Besonderheiten des Grafen, tut seinem Job aber trotzdem. Am Abendbrottisch dann das Tohobawoho, als sich Hutter ausversehen mit dem Brotmesser schneidet. Orlock riecht Lunte, steht auf und saugt das Blut aus dem verletzten Finger. Der nun sehr irritierte Hutter runzelt die Stirn und setzt sich eher widerwillig mit dem Grafen vor dem Kamin zu einem gemütlichen Plausch. Am nächsten Morgen findet er zwei Bissspuren an seinem Hals. In der nächsten Nacht überreicht er Orlock dann den Vertrag. Davor betrachtet der Graf voller Entzücken ein Schmuckstück mit dem Bildniss von Hutter's Frau. Natürlich findet er sie zum anbeißen. Etwas später (Ein nicht unbedingt wohlwollender Besuch des Grafen im Hutter's Zimmer später) packt Orlock alles zurecht, steckt sich in seinen Sarg auf der Kutsche und fährt von dannen. Hutter bekommt natürlich Panik, hat er doch die Reaktion des Orlocks auf seine Frau bemerkt. So reist auch er wieder in seine Heimat. Unterdessen lässt sich Orlock ein paar deftige Matrosen auf dem Schiff, dass auf dem Weg zur Stadt ist, schmecken. Als das Schiff im Hafen ankommt, wird nur die Leiche des Kapitäns sowie eine (un)gesunde Hand voll Ratten entdeckt. Eben jene bringen die Pest in die Stadt, die nach und nach immer mehr Opfer fordert. Orlock scheint zufrieden, bis auf seine unermessliche Gier nach Hutters Frau. So stattet er dieser eines Nachts einen Besuch ab, doch der alte Junge bleibt ein paar Minütchen zu lange und so passiert es, dass er von der Sonne sprichwörtlich aufgelöst wird. Die Pest fordert keine weiteren Opfer und der Spuk scheint vorbei.

So gut wie alle Szenen mit "Nosferatu" Orlock und dem verrückten Makler sind mit die gruseligsten und schönsten Szenen des Films. Das Grauen lauert quasi hinter jeder Einstellung des Films. Leider wurde der Film mit einigen einfach nur furchtbaren neuen Musikuntermalungen veröffentlicht, darunter unverständliches Synthisieser-Geblabbel oder Gothic-Rock. Die wahre Intensität des Films zeigt sich nur durch die Original-Musik.

Desweiteren gibt es zwei durchaus interessante andere Werke, die sich mit Nosferatu beschäfitgen. Das Remake mit Klaus Kinski als Nosferatu zeigt deutlicher die Macht der Pest in der Stadt und zeigt Nosferatu als traurigen, ja kaum furchteinflössenden Vampir, der auf der Suche nach Liebe ist. Nett, aber ich ziehe das Original vor. Dann gibt es noch "Shadow of the Vampire", der uns die Geschichte des Drehs vom Original "Nosferatu" vorlegt, nur eben mit der Tatsache, dass Hauptdarsteller Max Schreck ein echter Vampir sein soll (Diese Gerüchte gab es in den 20ern wirklich!). Dieser Film ist fast so genial wie das Original an sich.

Fazit

Der damalige Horrorfilm war einfach gruseliger als vieles von heute. Es mag Geschmackssache sein. So ein Schrecken wie "Nosferatu" gibt es heute nicht mehr, an das alptraumhafte und furchteinflössende wurde oft versucht, ran zukommen, aber nie mit nennenswertem Erfolg. So ist "Nosferatu" einer der wichtigsten (Horror)Filme aller Zeiten.

10/10

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