Nach einer schwachen und einer durchwachsenen Staffel ist die Serie in den 80ern angekommen, was schon beim neuen Vorspann (Sternenblingbling und Discolicht) deutlich wird. Hinter den Kulissen war John Nathan Turner zum Produzenten aufgestiegen (und sollte es bis zum Ende der originalen Serie bleiben), was zu einigen Änderungen im Outfit des Doktors führte, auffällig vor allem die Fragezeichen am Hemdkragen. Baker blieb zwar noch für diese Staffel an Bord, geht aber auch dem Ende entgegen.
Das erste Abenteuer, The Leisure Hive, lässt noch wenig frischen Wind erkennen. Der Urlaub des Doctors und Romanas geht gehörig schief, als sie in einen uralten Konflikt geraten. Leider eine langweilige Geschichte zum Auftakt, die wenig Neues erkennen lässt. Die Ratings waren denn auch katastrophal, zumal der stärkste Konkurrent der BBC gleichzeitig die amerikanische Buck-Rogers-Serie zeigte.
Meglos ist dann wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Eine spannende Geschichte, mal wieder um den Konflikt zwischen Wissenschaft und Religion – und einem besonderen Highlight. In einer Gastrolle taucht Jacqueline Hill auf, die in den ersten beiden Jahren der Serie die fantastische Barbara Wright, eine der ersten Begleiter des Doctors, gespielt hatte. Hier spielt sie eine ganz andere Rolle, aber es ist schön, sie mal wieder zu sehen. Tom Baker darf hier in einer Doppelrolle auch den Bösewicht geben, was deutlich frischer wirkt als sein Doktor, außerdem gibt es einen der von mir geschätzten Time Loops.
Full Circle bietet dann den Auftakt zu einem Dreiteiler in einem fremden Universum, dem E-Space. In dieser Folge kommt mit Adric ein sehr junger Companion an Bord der TARDIS, der ein wenig sehr oberschlau daherkommt und dem man gelegentlich mal ein paar auf den Deckel wünscht. Die Geschichte selbst bietet einen starken fiktionalen Kommentar auf „Reinrassigkeit“ und „Abstammung“, der teilweise erfrischend gruselig geraten ist.
Apropos gruselig. Das gilt noch mehr für State of Decay, einer Vampire-im-All-Geschichte, die schön spukig daherkommt und gut unterhält. Ein uralter Gegner der Time Lords ist auch im E-Space gestrandet und hat drei Menschen in Vampire verwandelt, um zu alter Macht zurück zu kehren. Adric erwischt er leider nicht.
Zwischen dieser und der nächsten Folge erschien zu Weihnachten das Special „K-9 and Company“, ohne den Doktor, aber mir Sarah Jane und K-9 (einem neuen Modell).
Der Doctor selbst sitzt ja weiter im E-Space fest, bis zum Ende von „Warrior’s Gate“, einer extrem merkwürdigen Folge, wie wir sie seit Hartnell nicht mehr gesehen (und auch nicht wirklich vermisst) haben. Sehr schräg und nicht wirklich unterhaltsam endet sie mit dem Ausstieg von Romana und K-9 (der zweiten Version, das ist ein wenig kompliziert).
The Keeper of Traken führt dann den angebahnten Wechsel weiter. Eine insgesamt recht gelungene Folge um Machtkämpfe und Intrigen in einer fremden Gesellschaft, nichts, das man noch nicht in der Serie gesehen hat, aber spannend und kompetent umgesetzt. .Am Ende kehrt mit dem Master ein alter Gegner des Doktors zurück, den wir ein paar Jahre nicht mehr gesehen haben und der am Ende eine neue feste Gestalt bekommt, die wie Roger Delgado in etwas jünger aussieht.
Damit war das Ende der Staffel und damit das des vierten Doctors fast erreicht – nach 7 Jahren war es, trotz des deutlichen Aufwärtstrends in der letzten Staffel, auch absolut Zeit. Die Ratings gingen runter, und Baker war wohl hinter der Kamera unerträglich und wollte nur noch Romana II (Lalla Ward) heiraten und sich zurückziehen. Die Ehe hielt nicht sonderlich lange und Baker sollte erst wieder zur Laufzeit der neuen Serie im Who-Universum auftauchen (in den Big Finish Hörspielen und im Special), sieht man von einer Rolle als Erzähler bei Shada in den 90ern ab.
Er bekommt aber auch einen guten Abschied. Logopolis ist Science Fiction und Doctor Who par excellence, mit mysteriösem Volk, einem ultrabösen Master, einer ungewollten Allianz der beiden Erzfeinde, der Rückkehr einer Figur aus dem vorhergehenden Abenteuer (Nyssa kam an Bord) und einer gänzlich neuen Figur, Tegan, die so resolut daher kommt, wie wir es seit Sarah Jane nicht mehr erlebt haben. Die Gefahr ist angemessen für das Ende des langlebigsten Doktors im TV überhaupt (es geht um das Schicksal des ganzen Universums), das Ende schön emotional. Insgesamt geht Tom Baker mit einer guten Folge und einer deutlich besseren Staffel. Ich freue mich auf Peter Davison, den fünften Doktor!