Als der etwas linkisch auftretende Samuel (Kostja Ullmann) im Berliner Nachtleben die quirlige Edda (Alli Neumann) aufgabelt und die beiden dann in der etwas improvisierten Kiste in seinem Camper landen, ahnt der Jung-Professor aus Frankfurt noch nicht, worauf er sich da eingelassen hat: noch etwas benebelt läßt er sich nämlich überreden, die Blondine in ihre ländliche brandenburgische Heimat zu fahren, wo diese ihrem Papa einen Geburtstagsbesuch abstatten will.
Am Weg dorthin sehen sie bei einer kurzen Rast im Wald zufällig eine Gruppe Männer, die nach Mafiamanier einen Knieenden hinrichten wollen. Samuel wirft seine ganze Zivilcourage in die Waagschale und unterbricht die bedrohliche Zeremonie, rettet dem Knieenden, der sofort aufsteht und abhaut, damit das Leben, sieht sich in Folge aber nun selbst von den anderen Männern verfolgt. Getrennt von Edda fliehen er und der gerade Gerettete Rudi (Merlin Rose) in die nächste Ortschaft, wo sie sich erst einmal in einer alten Fabrik verstecken. Deren Besitzer bemerkt die beiden zwar, verrät sie aber nicht an die gerade ankommenden Verfolger - die übrigens von seinem Sohn Herrmann (Sascha Alexander Geršak) angeführt werden...
Was wie eine durchschnittliche deutsche Komödie beginnt, entwickelt sich mit zunehmender Dauer zu einem öden Kleinstadt-Epos, in dem dessen männliche Bewohner und Akteure sich durchwegs wie rückständige Dorftrottel benehmen. Keine Ahnung, was Regisseur Detlev Buck (Männerpension, Rubbeldiekatz) mit diesem Streifen bezwecken wollte, denn Wir können nicht anders ist weder spannend noch lustig oder gar unterhaltsam: stattdessen hampeln dort gescheiterte Existenzen mit überholten Moralvorstellungen über den Bildschirm, deren Dialoge weder entlarvend noch humorvoll rüberkommen.
Nachdem es diesmal nicht um viel Geld geht, ist der Anlaß der anfänglichen Hinrichtung mal wieder eine Dame: der Patriarch des Dorfes, Herrmann, fühlt sich herausgefordert, da Rudi seine gut aussehende Frau Katja (Sophia Thomalla) datet, was diese sich zwar gerne gefallen läßt, sich andererseits aber nicht wirklich zwischen einem der beiden entscheiden kann oder will. Gerade errettet sucht Rudi gleich wieder jene Katja auf, während Herrmann und seine Truppe meist zu spät kommen. In der Zwischenzeit trifft Edda einen früheren Bekannten wieder, der jetzt Polizist ist und seine ehemalige Klassenkamerdin vor lauter Wiedersehensfreude vergewaltigen will - ein Schuß in den Hals aus der eigenen Dienstpistole ist das Resultat. Dazwischen tauchen noch zwei Asylbewerber auf sowie eine afrikanische Ärztin, die - politisch korrekt - ein besseres Deutsch spricht als die Dumpfbacken aus dem Dorf. Und mittendrin immer wieder Samuel, der die Vorgänge nicht wirklich versteht und eigentlich nur weg will - was ihn eher unfreiwillig in genau dieselbe Lage wie den mittlerweile schwer genervten Zuschauer bringt.
Die Dorfgemeinschaft, vorwiegend von der modernen Gesellschaft abgehängte Männer aller Altersstufen, ist weder besonders tragisch noch dramatisch überzeugend porträtiert, und als der Patriarch dann ganz zum Schluß, verlassen auf einem vorweihnachtlich geschmückten Platz, sich selbst erschießt, hätte man ihm gewünscht, diese Entscheidung doch schon etwas früher zu treffen. Dann wäre zumindest nicht dieser Schnarchfilm herausgekommen, sondern vielleicht eine durchschnittliche deutsche Komödie, in der die Großstädter Samuel und Edda (die ihre flachen Brüstchen anfangs gleich zweimal etwas zu aufdringlich in die Kamera hält) irgendwelche, äh, lustigen(?) Abenteuer à la Matthias Schweighöfer erleben. Doch diese Ansammlung von nicht einmal sonderlich bedauernswerten Vollpfosten, die sich in ihrem Selbstmitleid am Ende selbst (hin)richtet, braucht keine öffentliche Zurschaustellung: die will einfach niemand sehen. 2 Punkte.