Don Adams spielte von 1965 bis 1970 die Rolle des trotteligen Geheimdienstlers Maxwell Smart in der US-Serie Get Smart, die in Deutschland unter dem Titel Mini Max zu sehen war. Adams' Karriere als Schauspieler kam jedoch danach nicht wirklich in Schwung, weswegen ein paar Auftritte in der Neuauflage der Serie von 1995 sowie die zwei Langfilme The Nude Bomb und dessen TV-Film-Fortsetzung Get Smart, Again! folgten. Die nackte Bombe 2, der deutsche Titel von Letzterem, soll nun hier besprochen werden.
Es geht auch dieses Mal wieder um die fiesen Machenschaften der Terroristenorganisation KAOS um Siegfried (Bernie Kopell), die die Erfindung der Wettermaschine eines Wissenschaftlers dazu benutzen will, das Klima der USA zu verändern. Einzig Maxwell Smart (Don Adams) und seine mittlerweile verstreuten Kollegen des ehemaligen Geheimdienstes CONTROL können dies noch verhindern.
Dabei steht weniger die Action im Vordergrund wie in der späten (Neu-) Verfilmung von 2008, die aktuell in den Lichtspielhäusern der Republik zu sehen ist, sondern der Humor und die Unzulänglichkeiten, mit denen Smart, Agent 99 (Barbara Feldon) und Hymie (sein Roboter-Freund) zu kämpfen haben. Die eigentliche Mission gerät dabei ins Hintertreffen. Dies ist auch der Schwachpunkt des Films: Die „Handlung" kann nicht wirklich in Schwung kommen, weil keine wirkliche existiert und das Budget war auch eher dünn, weswegen Get Smart, Again! eher einer Nummernrevue gleicht, in welcher Don Adams auch mit seinen damals schon 66 Lenzen noch einmal zeigen kann, was er an Grimassen und Gespür für Situationskomik im Petto hat.
Und obwohl das nicht gerade wenig ist (ständig läuft er urkomisch gegen Türen oder verwickelt sein genervtes Gegenüber in unfassbar kryptische Sprechduelle), reicht es nicht aus, um den Film zu tragen. Der Film tritt auf der Stelle, immer wieder kommt auf eine Minute gelungener Gags oder kurzweiliger Szenen ebenso viel redundantes Geschwafel oder fragwürdige Einfälle (Variationen der schalldichten Glocke), die auf Dauer in ihrer Gehaltlosigkeit nur schwer zu ertragen sind. Das „Highlight": Die Szene im Restaurant, als Smart seiner Frau, Agent 99, partout verschweigen will, dass er wieder reaktiviert wurde und später am Abend möglichst leise versucht, einen terroristischen Einbrecher zur Strecke zu bringen.
Trotz einiger netter Gimmicks (auf das sensationelle Schuhtelefon konnte natürlich nicht verzichtet werden) wirkt dabei auch die Inszenierung von TV-Regisseur Gary Nelson bieder und altbacken. Ein Gespür für Tempo und Spannung scheint er jedenfalls nicht zu haben, zumindest sind mir diese Dinge bei Get Smart, Again! nicht aufgefallen. Auf teure Spezialeffekte wurde wiederum aus Budgetgründen weitestgehend verzichtet - ein paar Lasereffekte am Ende wirken nach heutigen Maßstäben unfreiwillig komisch.
Dennoch - und das muss man dieser TV-Produktion lassen - versprüht das Ganze einen gewissen Charme, was nicht zuletzt eben gerade mit der Preisgünstigkeit und der damit einhergehenden größeren Präsenz von Don Adams und Barbara Feldon, dem Original-Get Smart-Agentenduo aus den 60er Jahren zu erklären ist. Man sieht Adams bei seinen „Ermittlungen" gerne zu, findet auch Hymie mit seiner notorischen Falschauslegung von Sprachfloskeln oder Bösewicht Siegfried mit seiner urkomischen Nazi-Attitüde sympathisch und sieht deswegen auch über die mehr oder minder auffälligen Schwächen des Films großzügig hinweg. Für Fans der Serie sicherlich empfehlenswert, eine neue Fangemeinde wird diese launige Get Smart-Spätauskopplung aber nicht für die 60er-Jahre-Serie sensibilisieren (5/10).