Im Vorfeld im Netz als neuer Meilenstein des innovativen Teenie-Slaher-Movies gelobpreist verspricht "EVIL BREED: THE LEGEND OF SAMHAIN" einen perfekten Abend für den verwöhnten Horror-Junkie. Zumal das Werk von Christian Viel mit einer beachtlichen Anzahl an leckeren Akteurinnen des horizontalen Method-Acting-Gewerbes mit der allseits beliebten "Blowjob-Missionar-Riding-Rear-Cumshot"-Storyline (ich habe darüber gelesen ;-) lockt. Dies wiederum hält beim potentiellen Durchschnittspublikum die Vorfreude auf ein "spritziges" Feierabendgemetzel mit leckerer Fleischbeschau aufrecht.
Und so beginnt der Streifen, wie es sich für einen zünftigen Outback-Psycho-Slasher (vielleicht ein neues Genre?) gehört, inmitten der kanadischen Wildnis, welche jedoch aus inhaltlichen Gründen der kulturhistorischen Erforschung des nationalen Halloween-Festes - "Samhain" - nach Irland verlegt wurde. Idyllische Kulisse, Natur pur... und mittendrin ein lüsternes Pärchen, das sich im Zelt vergnügt und - welch Überraschung - plötzlich durch ein Knacken im "Geäst" empfindlich beim Liebesspiel gestört wird. Dass dieser beliebte "Coitus Interruptus" zumeist tödlich endet wissen wir aus ungefähr 467 anderen Schinken. Auch der weitere Fortlauf der Geschichte ist allen Horror-Fans wohlbekannt - allerdings kommt bei "Samhain" dennoch keineswegs Langeweile auf, weil die 08/15-Story durchaus ansprechend umgesetzt wurde.
Dies liegt zum einen an der spannenden Inszenierung, die uns einige wohldosierte Schock-Elemente bereithält. Der an anderer Stelle oftmals kritisierte Einsatz bekannter Musik-Titel aus anderen Filmen fällt meiner Meinung keinesfalls negativ ins Gewicht, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine niedrig-budgetierte Independent-Produktion handelt. Auf der anderen Seite lebt der Streifen ohne Zweifel von den knallharten Splatter-Elementen, die vor allen Dingen ziemlich professionel und derb rüberkommen. Obwohl die Fassung der US-DVD (R-Rated) lt. IMDB angeblich um 12 Minuten geschnitten ist wird das anspruchsvolle Gorehound-Herz hocherfreut im Dreieck springen: Gedärme werden herausgerissen und das (Kunst-)Blut spritzt literweise - Ich würde nur zu gerne sehen, wie diese Szenen in der Unrated-Version aussehen sollen.
Trotz dieser intensiven Szenen erfindet auch dieser Beitrag als Schnittmenge aus "Freitag der13."-Thematik und "Wrong Turn" das Genre nicht neu, obwohl sich die Darsteller (im wahrsten Sinne des Wortes) den "Arsch aufreißen" ;-) Alles in allem wirkt das Ergebnis - vielleicht auch aufgrund der mehr als dreijährigen Drehzeit - letztendlich ziemlich unausgegoren und hinterlässt dadurch einen ähnlich zweifelhaften Eindruck bei mir wie "Shallow Ground" (siehe Kritik an anderer Stelle), was andererseits auch an meinen lückenhaften Englisch-Kenntnissen gelegen haben könnte.
Dennoch lohnt ein Blick auf "Evil Breed" allemal, vor allem wenn man bedenkt, was täglich an Horrorschrott in den Videotheken landet. Hier bietet der kanadische Beitrag von Christian Viel eine respektable Ausnahme!
(6 / 10)