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„The Marine 5: Battleground" (Kurz und schmerzlos Teil 40)

Eines muss man der B-Action-Reihe „The Marine" zugute halten. Sie bemüht sich stets um eine neue Spielwiese, auf der sich die hoch dekorierte Titel-Kampfsau noch Herzensllust austoben darf. Das scheint auch den Wrestling-Star Mike „The Miz" Mizanin freuen, schließlich spielt er im nunmehr fünften Teil zum dritten Mal den kampfeslustigen Elitesoldaten Jake Carter. Nach Kleinstadt-Idyll und Schnitzeljagd in den Wäldern geht es nun in die Tiefgarage und auf den Rummelplatz.

Auf dem Regiestuhl durfte diesmal James Nunn Platz nehmen, der vor kurzem mit dem Scott Adkins-Vehikel „Eliminators" Beachtliches aus den limitierten Möglichkeiten von Cast und Budget heraus holte. Da die finanzierenden WWE-Studios ihrem Flagschiff „The Marine" einen Sparkurs verordnet hatten, kam Nunn wie gerufen. So die Theorie. In der Praxis konnte er seinem Ruf leider nicht gerecht werden, was Mazanins dritten Marine zu seinem bisher schwächsten macht.

Zwei Drittel des Films spielen in einem verlassenen Parkhaus, das Nunn nie als spannenden und ereignisreichen Handlungsort in den Griff bekommt. Es passiert schlicht zu wenig und das wenige wiederholt sich dann auch noch. Entscheidender Schwachpunkt ist die begrenzte Gegnerzahl für die stolze Laufzeit von gut einer Stunde. Und Nunns Regie-Qualitäten sind erkennbar zu begrenzt, um diesem Skript-Fauxpas etwas entgegen zu setzen.

Also muss „The Miz" alias Carter sich eine gefühlte Ewigkeit mit drei rachsüchtigen Bikern herumschlagen, die den Mörder ihres Präsidenten bis in ein einsames Parkhaus verfolgt haben. Den konnten sie zwar schwer verwunden, aber eben nicht daran hindern, den Rettungsdienst zu rufen. Ihr Pech, dass an diesem Abend ausgerechnet ein ehemaliger Marine und Nahkampfexperte Dienst tut. In der Folgezeit hetzt und prügelt man sich durch die verschiedenen Ebenen der Garage, was sehr schnell sehr redundante Züge bekommt. Erst als der Rest der mordlüsternen Motorradgang eintrifft, darf Carter so richtig ernst machen, aber da sind bereits gute 60 Minuten verstrichen.

Danach geht es endlich ins nächste Level, den bereits erwähnten Rummelplatz, nur die Probleme ähneln einander. Trotz großkalibriger Waffen und ein paar längeren Shootouts bleibt der gebremste Schaum jederzeit spürbar. Immer wenn es so aussieht, als nähme der Film ordentlich Fahrt auf, drosselt Nunn das Tempo, oder lässt die Dynamik verpuffen. Zwar wird es nie richtig langweilig, da Carter permanent in Bewegung ist, aber raffinierte Ideen, oder gewitzte Einfälle innerhalb, oder zwischen den Kämpfen sind weit und breit nicht zu sehen, geschweige denn eine progressive Spannungs- bzw. Spektakel-Kurve.  

Immerhin schlägt sich „The Miz" gewohnt souverän und herzhaft durch die angenehm rau und ruppig inszenierten Kampfszenen. Außerdem dürfen noch ein paar weitere Wrestling-Kollegen - unter anderem seine Gattin - mitprügeln, so dass der Film vor allem kundigen WWE-Fans munden dürfte. Die unverhohlene „Sons of Anarchy"-Anbiederung ist allerdings so unbeholfen wie ineffektiv.

Fazit:
Schwächster „Marine"-Streifen mit Mike Mizanin, was in erster Linie dem überforderten Regisseur James Nunn anzukreiden ist, der die speziellen Herausforderungen eines erkennbar reduzierten Budgets und eines sichtlich spartanischen Drehbuchs nie in den Griff bekommt. Ein wie üblich engagierter „The Miz" und eine einigermaßen hohe Actiondichte sorgen zumindest für halbwegs solide Genre-Kost.

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