Im England um die Jahrhundertwende bekommt ein junger Rechtsanwalt Post von dem Wissenschaftler Jerome Hauff mit der Bitte, das Testament vorzubereiten. Im Heimatdorf des Forschers angekommen, muß der Anwalt feststellen, daß Hauff bereits vor über einem Jahr verunglückt ist. Als der Anwalt wieder abreisen will, werden sämtliche Personen, die beim damaligen Unglück dabei waren, ermordet aufgefunden. Nur Corinne, die hübsche Tochter Hauffs, ist noch am Leben. Sie glaubt, daß ihr Vater über seinen Tod hinaus okkulte Kräfte besitzt und nun Rache aus dem Jenseits nimmt.
Dieses frühe Meisterwerk des italienischen Horrorfilms nimmt ein paar krude Details des zwei Jahre später entstandenen „Die Nacht der lebenden Toten“ vorweg und behandelt so die eigentlich erst Ende der 70er Jahre noch stärker brutalisierte Zombie-Thematik schon 1966 mit schockierenden Detailaufnahmen von aufgeschlitzten Bäuchen und verwesenden Leichenteilen. Trotz der haarigen Spezialeffekte besticht „Cemetery of the Living Dead“ vor allem aber durch die beachtlichen Leistungen der Darsteller, der einfühlsamen Schwarzweiß-Fotografie und den interessanten Sets. Die morbide Atmosphäre dieses unheimlichen Schockers ist in betörend schönen Bildern festgehalten und mit einer gut ausgewählten Musik unterlegt worden. Mit Barbara Steele ist der Film zumindest für Freunde des 60er-Jahre-Horrors zudem auch noch glänzend besetzt. Nur das allzu positiv stimmende Ende muß als Tribut an den damaligen Zuschauergeschmack gesehen werden. In Deutschland ist Massimo Pupillos Film leider nie in die Kinos gekommen. Zu begutachten ist dieser interessante Streifen jedoch u.a. als englischsprachige Verleihcassette. Die US-Fassung von Sinister Cinema („Terror-Creatures from the Grave“) ist sogar noch um einige Alternativszenen reicher und letterboxed (1,81:1), dafür aber auch kürzer. In VIDEO WATCHDOG # 7 wird die Meinung vertreten, daß der Regisseur wirklich ein gewisser Amerikaner namens Ralph Zucker war. Die Mehrheit der Quellen verweist jedoch auf Massimo Pupillo, dessen Handschrift hier meiner Ansicht nach auch sehr deutlich zu erkennen ist. Mit Barbara Steele, Walter Brandt (= Walter Brandi), Marilyn Mitchell (= Mirella Maravidi), Alfred Rice (= Alfredo Rizzi) u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin