Pater Gillis lädt fünf Problemjugendliche, darunter Kelly Ann, die gerade ihr Baby zur Adoption freigegeben hat, im schottischen Hochland zu einer Orientierungswanderung ab und gibt ihnen noch die Legende um den Kannibalen Sawney Bean mit auf den Weg, dessen Nachfahren immer noch in der Gegend hausen sollen. In der Nacht findet man dann auch prompt in einer Burgruine jede Menge Leichenteile und einen schreienden Säugling, um den sich fortan Kelly Ann kümmert. Auf ihrer weiteren Flucht werden die Jugendlichen dann von einer reißenden Bestie verfolgt, die allerdings weniger etwas mit Sawney Bean zu tun hat...
Kurz und knapp ist „Wild Country“ als Film gehalten und das ist auch ganz gut so, denn die gleichsam blutige wie sinnentleerte Handlung bewegt sich fast ausschließlich auf den ausgetretenen Pfaden billig in freier Natur abgedrehter semi-professioneller Z-Grade-Movies, bei denen man den Reißverschluß am Monsterkostüm zu suchen pflegt. Dies und die Auflösung des Ganzen (hier insbesondere das extrem skurrile Ende) sind die echten Negativwerte eines mitunter doch recht charmanten Horrorfilms, der durch die ungebremste „Schauspielkunst“ seiner jugendlichen Darsteller besticht, die man unbedingt in der OF hören muß und die so gar nicht mit den Abziehbild-Teenies à la Hollywood zu vergleichen sind. Die raue Landschaft – oft allerdings in stygischer Dunkelheit abgelichtet – und ein Humor, den man sich allerdings erst erarbeiten muß, sind weitere Puzzleteile, die sich rückwirkend betrachtet als erfrischend und eben „anders“ herausstellen. Auf DVD 16:9. Mit Samantha Shields, Martin Compston, Peter Capaldi, Alan McHugh u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin