Der alte Tomás kehrt nach vielen, vielen Jahren in seine Heimatstadt zurück, weil er eine geheimnisvolle Tarot-Karte erhalten hat, die auf ein Ereignis in seiner Jugend anspielt: in jungen Jahren hatte er nämlich ein Verhältnis zu der viel älteren Moira, die im Ort als Hexe verschrien war. Als seine Mutter damals von der Liebschaft Wind bekam, ist Moira kurze Zeit später in den Flammen ihres Hauses umgekommen. Heute scheint es so, als wenn Moira noch aus dem Grab heraus nach ihrem Geliebten ruft...
„Spectre“ ist ein leiser, fast schon melancholischer Geisterfilm, der – wie so oft – Schuld und Sühne zur Triebfeder der Handlung erklärt. Regisseur Mateo Gil, der einst das Drehbuch zu „Tesis“ schrieb, hat bei der Schilderung der Ereignisse aus Tomás‘ Jugend auf jene brütend dumpfe Dorf-Atmosphäre zurückgegriffen, die schon Lucio Fulcis „Don’t torture a Duckling“ ausgezeichnet hat. Leider ist es Gil dabei aber nicht gelungen, etwas klarer strukturiert vorzugehen, so daß man sich als Zuschauer durch viele Rückblenden arbeiten muß, um zu einem Schluß zu gelangen, der weit weniger horribel daherkommt als ursprünglich gedacht. So ist auch das mehrdeutige Ende unzweifelhaft das größte Manko an diesem spanischen Fernsehfilm, der innerhalb einer sechsteiligen Reihe von höherwertig angesiedelten Horrorfilmen entstanden ist. Auf DVD 16:9. Mit Juan José Ballesta, Natalia Millan, David Arnaiz, Jordi Dauber u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin