In der Bronx, New Yorks heruntergekommenstes Wohnviertel, treiben mutierte, hochintelligente Wölfe ihr Unwesen. Sie verteidigen ihr Revier gegen einen Bauspekulanten, der aus der Bronx eine blühende Stadt machen will. Als man mehrere verstümmelte Leichen findet, die auf das Konto der Wölfe gehen, glaubt die Polizei, daß dahinter rituelle Tötungen der Indianer stecken könnten. Der untersuchende Beamte Wilson dringt auf seiner Suche nach den Tätern in eine Welt ein, die von indianischer Mythologie bestimmt wird und in der die Grenze zwischem Phantasie und Wirklichkeit verschwimmt…
Filmtechnisch gesehen ist „Wolfen“ das trefflich gelungene Spielfilmdebut des „Woodstock“-Regisseurs Michael Wadleigh, das vor allem durch eine hervorragende Besetzung und die virtuos gehandhabte Kamera überzeugen kann. Hervorzuheben ist dabei noch, daß die subjektive Sicht der Wölfe durch ein computerverfremdetes Bild- und Tonaufnahmeverfahren dargestellt wird. Inhaltlich ist „Wolfen“ dafür aber eher etwas enttäuschend, denn das Beziehungsdreieck Wölfe-Indianer-Umwelt wird einfach zu oberflächlich und unreflektiert abgehandelt. Trotzdem bietet „Wolfen“ mehr Stoff zum Nachdenken als andere seiner Gattung. Wer hinter dem Streifen eines der üblichen Werwolf-Pictures vermutet, der wird sich allerdings enttäuscht sehen. Kurioserweise ist „Wolfen“ auf Video (cropped) gegenüber der Kinofassung leicht gekürzt. Die TV-Version (letterboxed 1,8:1) ist uncut. Mit Albert Finney, Diane Venora, Edward James Olmos, Gregory Hines u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin