30 Jahre vor den Ereignissen des Original-„Ring“: Die introvertierte Sadako Yamamura hat sich nach den gewaltsamen Ereignissen in ihrer Vergangenheit, bei dem ein Reporter während ihrer „Telepathie-Show“ starb, einer Tokioter Theatertruppe angeschlossen. Leider kommt ihr die Freundin des damals Getöteten Schreiberlings auf die Spur und hetzt eine Schauspielerkollegin von Sadako dazu auf, während der Premiere eines Bühnenstücks Sadako öffentlich bloß zu stellen. Dabei kommt es zu einer Katastrophe, bei der Sadako scheinbar getötet wird. Doch Sadakos böses „Zweite Ich“ ist immer noch am Leben...
Diese inhaltliche, atmosphärisch nach bekannten Mustern ablaufende Vorgeschichte zu Hideo Nakatas „Ring“ bedient weniger die Geisterfilm-Fans unter uns, die durch das Original auf den Plan gerufen wurden, sondern stöbert eigentlich eher im „Carrie“-Terrain herum, indem das Ganze in eine Geschichte um pubertierende Außenseiter-Teenager gezwängt wurde. Dies mag zwar auf den ersten Blick reizvoll erscheinen, ist aber weit weniger spektakulär umgesetzt als erwartet. Die Ereignisse um Sadako plätschern langsam vor sich her und erst ab der 60-Minuten-Marke gibt Regisseur Norio Tsuruta dem Affen Zucker, will heißen: es passiert endlich was. So ist es dann auch das letzte Drittel mit all seinen Gewaltausbrüchen und Erklärungen, welches „Ring 0“ letztendlich besser aussehen läßt als der vergleichsweise eher mißratene „Ring 2“, was eigentlich hier nur bedeutet, daß ein Prequel auch mal ein Korn findet. Auf DVD 16:9. Mit Yukie Nakama, Takeshi Wakamutsu, Ryuji Mizukami, Yoshiko Tanaka u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin