Review

Hätte ich da doch mal besser genau auf die Review-Schreiber geachtet...

Ich will ja keinem hier irgendwas unterstellen, aber nur Personen, die genau eine einzige Review auf der ofdb geschrieben haben, und dann auch noch zu diesem "mega-krass" Möchtegern-Slasher, ja, dann stinkt irgendwas zum Himmel.

Egal, ich wurde aufmerksam durch einen Trailer auf einer DVD, und der sah nach einer ganz passablen deutschen Produktion aus. Und wenn man mit so einem Trailer durch die Gegend rumpoltert, muss man sich daran auch messen lassen.

Die Story ist schnell gegessen: Sechs Studenten fahren zum Zelten in den Wald. Ein wenig Geplansche im Baggersee, ein wenig Sex, Drugs & Rock´n Roll und schon kommt der fiese Schlachtermeister und metzelt einen nach dem anderen weg.
Wahnsinn *einschlaf*

Wenn man solch einen Film abdreht, und die billigste aller Stories bietet (das Wald-Schema), sollte man wenigstens auf irgendeiner Ebene was neues bieten können, oder wenigstens etwas Anspruch, für nicht total unterzugehen. Und genau da versagt "Slasher" zu jederzeit.

Ich will den Schauspielern gar nicht unterstellen, dass sie nicht halbwegs gut agieren, jedoch kämpfen sie 80 Minuten gegen das idiotische Drehbuch an und haben keine Chance, sich auch nur im Ansatz zu entfalten. Somit bleibt jeder Charakter austauschbar und seelenlos, dass sich mir die Fußnägel aufrollen.
Genauso schlimm wie Zahnweh sind auch die Dialoge ausgefallen. Ich hab echt keinen Bedarf diese noch näher zu erläutern, so geschädigt bin ich noch davon.

Kommen wir zu den Spläddaa-Szenen, wo wenigstens 12jährige einen Halbsteifen bei Ansicht eines bloßen Küchenmessers bekommen: Scheiße!
Langt dieses eine Wort nicht aus? OK, dann werde ich das eben näher erläutern: Entweder passieren 90% der Szenen im Off oder in Nahaufnahme, oder sie wirken, wenn man mal vom Geschehen näher weg sein darf, einfach nur grottig. Wenn auch über der Stufe eines Jochen Taubert. Man kann nicht verleugnen, dass hier nicht viel Kunstblut verschwendet worden ist, aber selbst bei anständigem Gore wäre maximal 1 Punkt mehr drin gewesen.

Das schlimmste ist jedoch der eigentliche Film-Verlauf: Es tut verdammt weh, sich die erste Hälfte dieses Schinkens reinzupfeifen, denn außer Langeweile weit und breit werden in den ersten 50 Minuten nur ein paar Morde völlig belangloser Beteiligten reingeschnitten. Ansonsten darf man beim Cabrio fahren, Zelt aufbauen, kiffen, saufen, planschen und Gerammele zusehen.

Wer jetzt noch lebt, darf "Slasher" noch weiter bergab wandern sehen: Der Plot-Twist (wenn man es so nennen kann/darf) ist derart von daneben, dass ich dabei auf die Knie falle, mir das T-Shirt zerreiße und nach Gott schreie.
Die letzten zwanzig Minuten sind Räuber und Gendarme im Wald spielen, was mir den letzten Nerv tötet. Dieses "Fangen" wird nur unterbrochen, wenn unser Mörder kurz mal halt macht und mit der 59-Euro-HELA-Kettensäge komplett versagt, Zweige durchzusägen. Lächerlicher geht´s wirklich nicht mehr.

Aua, aua, aua.

Mehr will ich dazu einfach nicht schreiben.
Wenn es euch nicht reicht, schaut den Film selber an oder spielt Russisch Roulette - das kommt auf´s selbe raus.

Wer einen genialen Film aus Deutschland sehen will, soll zu "Happy End" greifen.


Es reicht einfach nicht, ein wenig "Scream" mit "Jason", ein wenig "Hostel" und "TCM" zu verbinden, wenn in allen Belangen versagt wird und kein Talent aufblitzt. Ich jedenfalls würde mich schämen, wenn mein Name im Abspann erwähnt werden würde.

1,5/10

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