Franks Bewertung

starstarstar / 5

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

05.07.2021
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Review

von Frank Trebbin

aktualisiertes Review HD-VÖ

Das alte Schlachthaus „deep in the heart of Texas“ (das ist nicht der Name, sondern die Ortsbeschreibung!) soll neuen Gebäuden weichen, damit der Boden gewinnträchtiger genutzt werden kann. Lester Bacon, der alte Schlachtermeister, der stolz darauf ist, alles noch mit der Hand zu erledigen, will aber partout nicht verkaufen. Als man ihn drängt, dreht sein zweieinhalb Zentner schwerer, aber debiler Sohn Buddy durch und meuchelt die Bodengewinnler dahin.

Unverkennbar handelt es sich bei diesem B-Picture um ein Rip-Off des ungleich besseren „Ketten-Sägen-Massaker“. Ähnlich wie dort hat Alteingesessenes dem spekulativen Neuem zu weichen, dämmert dumpfe Inzucht hinter verriegelten Türen der schlichten Ländlichkeit. Anders als im Vorbild wird die gesellschaftskritische Komponente erkennbarer in den Vordergrund einer Handlung gestellt, die sich ebenso auch an der heutigen Slashermovies orientiert. Für Freunde des Farmhouse-Fun bietet Rick Roesslers „Slaughterhouse“ trotz des offensichtlichen Exploitation-Charakters und der geschliffenen Handlung einiges an Unterhaltung. Mit Sherry Bendorf, Don Barrett, William Houck, Joe Barton u. a.

Dieser (jetzt nur schreibfehlerkorrigierte) Text ist in Band I von „Die Angst sitzt neben Dir“ 1990 veröffentlicht worden.

Anmerkung aus 2020:

Der heute in einer vorbildlichen, mit vielen Extras versehenen VÖ auf Blu-ray noch einmal für ein breiteres Publikum abgefeierte „Slaughterhouse“ entpuppt sich fast 35 Jahren nach seiner Herstellung als ein wahres Kind seiner Zeit: nämlich als ein zwar billig und unabhängig produziertes aber immerhin kompetent gefilmtes Horror-Vehikel, bei dem sich Gutes wie Schlechtes die Waage halten. Das Teenager-Gebalze, welches natürlich viel zu viel Raum einnimmt, ist angesichts der namenlosen Möchtegern-Darsteller einfach nur störend, so manch ein Mord ist unfreiwillig komisch und dennoch blitzt immer wieder Grimmiges bzw. Garstiges durch eine Handlung, die heute überraschenderweise – zumindest was das gesellschaftliche Verhältnis zum Schlachten angeht – viel doppelbödiger daherkommt. Der Blutgehalt geht selbst für jetzige Verhältnisse durchaus in Ordnung, doch den Spezialeffekten fehlt es eindeutig an Explizität. Viel schockierender wirken doch da die dokumentarischen Titel-Szenen aus dem Schlachthof selbst und einige sehr echt aussehende Tierkadaver im Hintergrund zu Beginn des Films. Joe Barton als Buddy ist immer noch der wahre Gewinn in dem nicht gerade vor Spannung berstendem „Slaughterhouse“ und sollte Grund genug sein, sich noch einmal 85 Minuten nostalgischer Slasher-Unterhaltung hinzugeben. Bildformat: 1,85:1.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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