Vier Jahre nachdem Troma seinen radioaktiven Superhelden auf die Menschheit losließ und das mit einem großen Erfolg, sollte 1989 der zweite Teil von „The Toxic Avenger“ das geneigte Publikum entzücken.
Im Sequel von „The Toxic Avenger“ verschlägt es unseren sympathischen Strahle(n)mann mit der leicht deformierten Visage ins Land der aufgehenden Sonne! „Nippon meets Nuclear Blast“ sozusagen...
Grund für Toxies kleinen Urlaub in Japan sind seine Depressionen. Ja, Toxie hat es in letzter Zeit nicht einfach, denn in Tromaville sind alle Schurken hinter Gittern oder schmoren in der Hölle! So beschäftigt sich Toxie mit dem Reinigen der hiesigen Blindenanstalt in Tromaville, in welcher auch seine sehbeeinträchtigte Freundin Blondie tätig ist. Toxie fühlt sich jedoch ziemlich unnütz und geht dementsprechend zu einer Psychotherapeutin, welche ihm eine einfache Erklärung für seine Depression gibt, nämlich das Fehlen des Vaters. Jener soll sich ihrer Aussage nach in Japan befinden. Prompt macht sich Toxie mittels Surfbrett auf den Seeweg nach Japan, um seinen Vater ausfindig zu machen.
In Japan angekommen macht sich Toxie eifrig auf die Suche nach seinem Papi und stößt auf einige kulturelle Eigenarten des Landes. Derweil übernimmt in Tromaville die fiese „Apocalypse Inc.“ das Sagen.
Toxies Suche nach seinem Vater verläuft in der Zwischenzeit weniger Erfolgreich und so kehrt er, nachdem er den größten Gangsterboss Tokios plattgemacht hat, nach Tromaville zurück. Dort angekommen, bemerkt er schnell, dass er mit Absicht nach Japan geschickt wurde, damit die „Apocalypse Inc.“ ungestört ihre Pläne durchsetzten konnte. Toxie ist nun richtig stinkig und darf nun endlich die Stadt von den Schergen befreien...
Bilateral agiert Toxie und das erfrischt nicht nur den Plot gewaltig, sondern lässt auch mehr Handlungsspielräume für unseren toxischen Protagonisten.
Kaufmann und Herz bleiben jedoch ihrer trashigen Toxiephilosophie treu, nur mit dem kleinen Detail, dass sie noch mehr Wert auf abgedrehte Späße legen als im Vorgänger. Hier wirkt, im Gegensatz zu Teil eins die Slapstickkomponente stärker, was mir persönlich richtig gut gefällt!
Das ein Großteil des Films in Japan spielt, verleiht dem Film ein hohes Abwechslungsniveau, was ihn sogar fast besser macht als den kultigen ersten Teil.
Japan als Land wirkt an sich schon sehr bunt, kitschig und in einer Weise auch (positiv) trashig, so dass man Kaufman nur beglückwünschen kann für diesen Einfall.
Ansonsten bietet „The Toxic Avenger II“ all die Grundingredienzien die es auch schon in Teil eins zu bestaunen gab. Gut gemachter und platzierter Gore und viel derben Humor. Der Score ist wieder im typischen achtziger Style, was maßgeblich die Atmosphäre des Films verdichtet.
Fazit:
Wie auch bei „The Toxic Avenger“ angemerkt, ist dieser Film nur einem trashgeneigten Publikum zu empfehlen. Speziell der hier rezensierte Teil wartet mit hohem absurden Gehalt auf, den wohl wirklich nicht jeder verdauen kann oder möchte. Für Kenner und Liebhaber Toxies ist dieser Streifen einfach ein Must-See ohne Frage.
So kann man meiner Meinung nach ruhig von einer sehr gelungenen Fortsetzung sprechen, die in Punkto Trash, Gore und Humor dem Vorgänger in nichts nachsteht. Ein möglicher Verlust an Dramaturgie in diesem Film wurde durch Abwechslungsreichtum in der Ortswahl und dem höheren Slapstickfaktor kompensiert, was „The Toxic Avenger II“ 10 Punkte beschert.