Franks Bewertung

starstarstar / 2

0-5 Sterne für den Film, gefolgt von dem "Härtegrad" auf einer Skala von 0-10

Diese Kritik ist Bestandteil der erstmalig in der SPLATTING IMAGE veröffentlichten Fortführung von "Die Angst sitzt neben Dir"


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Review

von Frank Trebbin

New York. Eigentlich sind Brad und Abby Cairn sowie ihr 9jähriger Sohn Joshua eine glückliche Familie: Vater verdient gut als Finanzmakler, Mama erwartet ein Baby und Sohnemann ist ein kleiner Gentleman, der sogar brav Klavier spielt. Doch als Töchterchen Lily geboren wird, wendet sich das Blatt: Abby hat plötzlich Depressionen und Joshua heckt irgendetwas aus. Warum schreit Lily nur ständig?

In diesem recht eigenwilligen, gut gespielten Psychothriller, der wenig Wert auf das übliche Messerwetzen legt, wird eines der Lieblingsthemen des amerikanischen Films mal wieder so richtig auf die Spitze getrieben: der Zerfall der Familie. Genüßlich demontiert George Rutliff in einer Art Alltags-Horror-Variation von „Rosemaries Baby“ die Werte und den Zusammenhalt familiärer Bindungen und läßt den titelgebenden Jungen als „Omen“-esken Anti-Heiland erscheinen, nur eben inhaltlich weit weniger spekulativ-teuflisch sondern einfach nur banal soziopathisch. Die Paranoia der Figuren, nicht mehr zu wissen, wer Gutes im Schilde führt (hübsch sinister erscheint auch die religiös überdrehte Oma der Cairns), steuert auf ein bitter-böses, letztlich aber konsequentes Ende zu, welches einmal mehr die Weisheit „Verwandte kann man sich nicht aussuchen“ unterstreicht. Fazit: mal wirklich was anderes und eigentlich mehr Thriller-Drama als blanker Horror, der durch den deutschen Titel suggeriert wird. Auf DVD 16:9. Mit Sam Rockwell, Vera Farmiga, Jacob Kogan, Michael McKean u.a.

© Selbstverlag Frank Trebbin

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