Mögt ihr Trashfilme? Coole Sprüche und viel Humor? Und der Name "Bruce Campbell" ist euch nicht unbekannt? Konnten alle drei Fragen mit einem "Ja!" beantwortet werden gibt es nur noch eines zu sagen: Willkommen auf dem Instant-Kult-Express namens "My Name is Bruce".
Nicht nur um die Karriere des (fiktiven) Bruce Campbell steht es zur Zeit schlecht, sondern der Anfang des Films zeigt dann auch ganz klar, dass man selbst als Campbell-Fan kaum auf einen grünen Ast kommt. "Werd endlich mal erwachsen!" bekommt der Fanboy da auf dem Weg zum gemütlich-kuscheligen Tetate mit der holden Weiblichkeit auf dem örtlichen, dunstig-nebeligen Chinesenfriedhof erzählt, wo man dann kurz nach der Ankunft auch schon den Dämonen "Guan-Di" entfesselt. Während der nun munter metzelnd durch die Gegend streift sucht der Fanboy nun nach dem Mann, der vom "Evil Dead" über die "Army of Darkness" bis him zum "Cave Alien" schon so ziemlich sämtliches Viehzeug fertig gemacht hat, Ladies und Gentleman: Mr. Bruce "Boomstick" Campbell, der auch grad irgendwo an einer Fortsetzung zu "CaveAlien" sitzt, sich mit seinen Fans anlegt, die nach Drehschluss auf ihn warten ("Wie riecht es denn hier? Da, Deaodorant, schlags in deinem Internet nach!") oder sich in seinem Wohnwagen die Birne wegsäuft. Ganz offensichtlich hat der "Ash-Man" schon mal bessere Zeiten gesehen und wird auch noch von unserem Fanboy zum Goldgräber-Landei-Kuhkaff Goldlick (zu Anfang des Films bewohnen 339 Mitmenschen den Ort) geschliffen, um dort "das Dorf und alle seine Bewohner vor einem uralten Dämonen zu retten". Frei nach dem Motto: "Ich hab Filme in Bulgarien gedreht, ich bin für alles bereit!" willigt Bruce ein in diesem merkwürdigen Flick mitzuspielen, nur um dann mit Schrecken erkennen zu müssen, dass das Monster realer ist, als er sich bewusst war.
Heftig auf die Fanboy-Ecke schielend kommt hier die B-Movie/Trash-Variante von "Galaxy Quest" um die Ecke mit Everybodys Chin-Darling Bruce Campbell, für den dieser Streifen eigentlich eine absolute One-Man-Show ist. (Das sieht man vielleicht auch daran, dass sein Name bislang in so ziemlich jedem Satz in diesem Review aufgetaucht ist.) Mit großem Spaß an der Selbstironie zieht der sympathische Star sich hier konsequent durch den Kakao und lässt die meiste Zeit auf äußerst unterhaltsame Weise das arrogante Schauspielerarschloch raushängen, dass mit seiner eigenen Karriere etwas, naja, sagen wir mal "unzufrieden" ist. Überraschenderweise gibt es auf der "Haben"-Seite dann noch einige Darsteller mehr, die hier Eindruck schinden.
Allen voran sicherlich Grace Thorsen als Love-Interest, die sich, wie User snake_plissken in seinem Review schon sehr gut bemerkte, mit ihrem unverbrauchten, natürlich Charme sofort in die Herzen der Zuschauer spielt. Bitte mehr von ihr!
Als Sahnehäubchen wuselt Ted Raimi dann gleich in drei Rollen durch das Werk, wobei die eine durchgeknallter ist als die Andere, hier zu viel zu verraten wäre eine Schande. Auch mehrere alte Bekannte aus der "Tanz der Teufel"-Serie geben sich ein Stelldichein und sorgen so für noch mehr "Fanboy"-Momente beim geneigten Publikum.
Wenn es dann um den Horror und Metzel-Faktor geht steht "My Name is Bruce" aber ziemlich weit hinten an, der billig-witzig gestalte "Guan-Di" vermag mit CGI-Aura und leuchtenden Augen Eindruck zu machen, aber die kleinen (wenn nicht sogar: winzigen) Gore-Späße sind absolut harmlos und werden hierzulande wohl verdienterweise eine FSK16 einfahren. Aber darauf liegt auch eigentlich nicht der Fokus des Ganzen, hier gibt es Campbell, Campbell und nochmals Campbell, Gag auf Gag auf Insider- auf Extrem-Insider-Gag und bricht mit seinem verrückten wie auch passenden Ende nochmals aus den anfangs gesetzen Filmregeln aus, nur um dann noch mehr Bruce Campbell zu präsentieren. Vor allem kann man sagen, dass "My Name is Bruce" ein absoluter Partyfilm ist, bei dem man sich noch nicht einmal irgend etwas schön saufen/rauchen/spritzen, etc. muss, im Gegenteil, hier kommt die Party durch den Film, oder besser gesagt: "Hail To The King, Baby! Bruce Campbell is back in town!"
Was kann man sonst noch dazu sagen, oder muss man das vielleicht gar nicht? Die "Zielgruppe" wird dieses Werk in ihr Herz schließen, aber hoffentlich wird der eine oder andere auch erst durch "My Name is Bruce" mit dem Campell-Virus angefixt, denn wenn nicht hier bei diesem Film, dann wohl nie.