„Re-Animator“ ist ein ziemlich abgefahrener, recht origineller Mix aus Horror und Komödie, der sowohl Regisseur Stuart Gordon als auch Hauptdarsteller Jeffrey Combs zu Genreikonen werden ließ.
Im Mittelpunkt steht der Medizinstudent Herbert West (Jeffrey Combs), der eine besondere Faszination für den Tod hegt und einen Weg finden will, diesen zu überlisten. Das bedeutet natürlich umfangreiches Experimentieren, selbst am soeben verstorbenen Prof, was der Rest der Welt gar nicht gerne sieht. Im Gegensatz zum Zuschauer, denn der kann sich schnell an der absurden Komik von Wests Fanatismus freuen.
Herbert nach dem Zwischenfall mit dem reanimierten Professor in die USA transferiert, wo er im gleichen Krankenhaus wie Dan Cain (Bruce Abbott) ausgebildet werden soll. Er wird Dans Untermieter und kann diesen für seine Forschungen gewinnen, denn Herbert hat ein Serum entwickelt, mit dem man den Tod besiegen kann – es muss nur noch getestet werden. Doch das führt zu einigen Komplikationen…
„Re-Animator“ ist ein eigenwilliges Produkt, bei dem sich Horror und Komik auf überraschende Weise die Waage halten, sodass man nie von einem reinen Funsplatter sprechen kann. Viele der Szenen sind nämlich gruselig und witzig zugleich, vor allem wenn irgendwelche reanimierten Leichen brüllend aus der Ecke hüpfen, dann kann man sich schon ganz gut erschrecken – meist um sich in der nächsten Szene dann schlapp zu lachen. Jedoch sind die Spannungsmomente etwas dünnen gesät als die witzigen Momente, welche überwiegen.
Die absurde Komik von „Re-Animator“ trifft meist ins Schwarze, was vor allem an Jeffrey Combs’ Darstellung von Herbert West liegt, der für seinen Ehrgeiz die absurdesten Dinge tut ohne Schuld zu finden oder überhaupt eine Miene zu verziehen. In schrägen Slapstickmomenten darf er mit untoten Katzen ringen, Zombies durchbohren oder den armen Dan zu den unmöglichsten Aktionen bequatschen. Zwar laufen die Gags oft nach ähnlichem Schema ab (meist dreht ein reanimierter Körper durch), aber gut getimt sind sie trotzdem.
Als überraschend intelligent erweist sich die Geschichte stellenweise. Sie bietet zwar keine großartigen Überraschungen, bietet aber solide Spannung und kann einige satirische Spitzen gegenüber der Welt der Mediziner vorweisen. Da wäre der karrieregeile Doc, der sich ständig des Plagiats schuldig macht, die Tochter des Dekans, die natürlich Papis besten Studenten (in diesem Falle Dan) datet, der Dekan, ein totaler Puritaner usw. Nahezu jeder bekommt hier sein Fett weg und auch wenn die Charaktere total überzeichnet sind, so versteht man die Anspielungen auf diverse reale Zustände doch gut. Ebenfalls sehr gelungen ist die eingängige, einprägsame musikalische Untermaltung des Films.
Natürlich muss man zugeben, dass vor allem die schrägen Splatterszenen zum Kultstatus von „Re-Animator“ beigetragen haben, doch man versteht warum. Trotz des geringen Budgets sind die Effekte wirklich gut geraten, vor allem der Zombiebösewicht am Ende mit seinem separaten Kopf ist herrlich in Szene gesetzt. Auch die Menge und die Verteilung der schrägen FX-Szenen stimmt, sodass man nicht wirklich motzen kann. Zu empfehlen ist sicherlich die unrated Fassung, die mehr Drive hat, auch wenn in der R-Rated ein paar interessante Zusatzszenen drin sind (unter anderem die Hypnoseszenen, welche die Geschichte stellenweise überzeugender wirken lassen).
Hauptattraktion des Films ist sicherlich Jeffrey Combs, der hier ähnlich schräg und überdreht spielt wie Bruce Campbell in „Tanz der Teufel“ und daher auch verdient zum Star im Genre wurde. Daneben ist Bruce Abbott ein herrlicher Konterpart, dessen Leben immer mehr aus den Fugen gerät, je weiter Herbert seine Forschungen treibt. David Gale ist ein charismatischer Unsympath, während der Rest ganz ordentlich spielt, aber nicht herausragt.
Sicherlich ist der Plot von „Re-Animator“ eher simpel, doch Komik und Grusel stimmen, sodass man darüber hinwegsehen kann. Knappe 8 Punkte meinerseits.