Als mit Herbert West ein neuer Student an der Miskatonic Universitätsklinik anfängt, ahnt niemand, was der junge Mann schon erreicht hat. Denn es ist ihm gelungen, mittels eines Serums totes Gewebe wieder zum Leben zu erwecken. Und als das Experimentieren an toten Tieren nicht mehr ausreicht, schleichen sich er und sein Studienkollege Daniel in die Leichenhalle, um das Serum an frisch verstorbenen Menschen zu testen. Schon bald gerät das Projekt außer Kontrolle.
Und das ist gut so, bietet die auf einer Kurzgeschichte von H. P. Lovecraft basierende Horrorkomödie doch dadurch manch spaßige und ebenso effektreiche Sequenz. Stuart Gordons Regiedebüt legt (in der von ihm bevorzugten „Unrated“-Fassung) ein gutes Tempo vor und hält sich kaum mit Nebensächlichkeiten auf. Dabei geht die Mischung aus Horrorelementen, Humor und handgemachten Effekten hier ziemlich auf, mit einem guten Gefühl für den Rhythmus der Erzählung weiß Gordon darum, wann er was zu zeigen hat. So wechseln sich die elementaren Bestandteile in anständiger Regelmäßigkeit ab. Was den humoresken Anteil angeht, so sollte man nicht die großen Brüller erwarten. Darauf ist das hier auch nicht angelegt. Es wird immer wieder Witz eingestreut, die ganze Chose ist nicht allzu ernst und eher von der trockenen Art.
Sehenswert sind die praktischen Effekte und von denen gibt es einige zu bewundern. Da suppt es dann auch mal ganz gut und überhaupt hat man hier, besieht man sich das Budget von rund einer Million Dollar, echt gute Arbeit abgeliefert. Gleiches gilt für das Ensemble, allen voran bleibt Jeffrey Combs als Herbert West in Erinnerung. Er hat so eine eigene Art, ein intensives Spiel und seine Figur eine subtile Coolness ebenso wie einen gewissen Irrsinn. Es passt einfach. Daneben bleiben Bruce Abbott und Barbara Crampton als Daniel und Megan eben (passende) Nebenfiguren. David Hill als der schurkische Dr. Hill ist okay, das Highlight bleiben aber Combs und die Effekte.
Denkwürdig ist auch Richard Bands Filmmusik, die stellenweise frappierende Ähnlichkeit zu der aus Hitchcocks „Psycho“ aufweist, was laut Band auch beabsichtigt war.
„Re-Animator“ ist ein spaßiger Genrebeitrag, der mit seiner flotten Inszenierung, den sehenswerten Effekten und seiner Prise Humor punkten kann. Das Thema des wahnsinnigen Wissenschaftlers, hier gelungen verkörpert von Jeffrey Combs, wird trotz des überschaubaren Budgets in eine kurzweilige Form und ansehnliche Präsentation gegossen. Pflichtprogramm für Genreliebhaber.