Es gibt eine düstere Stadt, die ohne Vergangenheit zu sein scheint und über der immerwährende Nacht liegt: Dark City. Und in dieser Stadt wird John Murdoch gnadenlos von der Polizei gejagt, denn schließlich soll er ein mehrfacher Frauenmörder sein. Doch leider kann sich Murdoch an nichts erinnern – ein Schicksal übrigens, das er mit allen anderen Bürgern Dark Citys teilt. Kein Wunder, denn Dark City ist die riesige Versuchsarena einer aussterbenden, außerirdischen Spezies, die nach Belieben die Erinnerung der Menschen austauscht und sogar die Zeit manipulieren kann. Murdoch kommt hinter das gigantische Experiment und versucht, aus Dark City zu fliehen, was allerdings kein leichtes Unterfangen ist...
Bereits mit "The Crow – Die Krähe" hat Alex Proyas bewiesen, dass für ihn die Form weit über den Inhalt geht und dass er sich darauf versteht, düstere Geschichten in noch düstere Bilder zu kleiden. Nun hat Proyas, der auch das Drehbuch mitschrieb und "Dark City" mitproduzierte, einen durch und durch unheimlichen Horrortrip abgeliefert, der irgendwo zwischen Kafka, dem deutschen Expressionismus und dem Science-Fiction-Kino à la "Blade Runner" angesiedelt ist. Besser noch als in seinem bereits genannten Spielfilmerstling herrscht hier eine eigenwillige Optik vor, die den visuellen Futurismus von "Dark City" zu einer fast schon hypnotischen Kraft werden läßt, die einen von der ersten Minute an in den Bann zieht. Als hochstilisierter Studiofilm überzeugt "Dark City" dann ebenso wie als Gothic-Thriller, der "reibungsfrei Elemente klassischer Schwarze-Serie-Krimis verbindet" (Zitat Presseheft). Ohne Frage hat sich Alex Proyas mit seiner paranoid-verdrehten Alptraumvision, bei der ausnahmsweise das Übermaß an computergenerierten Spezialeffekten nicht zum Overkill führt, neben solche Genreerneuerer wie David Fincher katapultiert. Da Capo. Auf Video letterboxed (1,78:1, normal: 2,35:1 [= auf DVD]). Mit Rufus Sewell, Kiefer Sutherland, Jennifer Connelly, William Hurt u.a.
© Selbstverlag Frank Trebbin